VW-Dieselskandal - ICCT-Recherchen brachten US-Behörde auf die Spur

Washington (APA/AFP) - Einen wichtigen Beitrag zur Aufdeckung des Skandals um manipulierte Abgaswerte von Volkswagen in den USA hat eine una...

Washington (APA/AFP) - Einen wichtigen Beitrag zur Aufdeckung des Skandals um manipulierte Abgaswerte von Volkswagen in den USA hat eine unabhängige Nonprofit-Organisation geleistet: Der International Council on Clean Transportation (ICCT, zu deutsch: Internationaler Rat für sauberen Verkehr).

Das gemeinnützige Forschungsinstitut will die Ökobilanz und die Energieeffizienz von Straßen-, See- und Luftverkehr verbessern. Letztlich sollen der Klimawandel abgemildert und die Gesundheit des Menschen geschützt werden.

Ausgangspunkt der Enthüllungen waren Tests von Automodellen in Europa. Diese wiesen laut ICCT-Geschäftsführer Drew Kodjak eine „beträchtliche Diskrepanz“ zwischen den tatsächlichen Schadstoffwerten und denen auf, die von den Prüfbehörden erfasst wurden. Für diesen Unterschied könne es aber „verschiedene Erklärungen“ geben, betont er. Recherchen vom ICCT setzten letztlich die genauen Überprüfungen in den USA in Gang; die Umweltbehörde EPA stieß auf die von Volkswagen ausgetüftelte Manipulationssoftware.

Der ICCT kann laut Kodjak den Behörden nur Anhaltspunkte für einen Verdacht auf Täuschungsmanöver geben. Die Nonprofit-Organisation geht selbst zwar auch Verdachtsfällen nach. Ihr fehlen aber die Ressourcen, um ihnen auch tatsächlich auf die Spur zu kommen, wie Geschäftsführer Kodjak betont.

Nach Ansicht des Forschungsinstituts steigt die Gefahr von Manipulationen wie jetzt im Fall von Volkswagen mit den immer neuen Raffinessen, die sich Autobauer für ihre Modelle ausdenken. Das Kalkül: „Wenn eine Software einem Fahrzeug bei Tests einen niedrigen Ausstoß ermöglicht und im normalen Betrieb einen erhöhten Ausstoß mit geringerem Treibstoffverbrauch, gibt das dem Hersteller einen Wettbewerbsvorteil.“ Diese Fahrzeuge könnten als treibstoffsparend beworben werden, während Konkurrenzmodelle, die sich an Umweltvorschriften halten, mit diesem Argument nicht punkten könnten.

Die Prüfbehörden rund um den Globus fordert Kodjak zu mehr „Wachsamkeit“ auf. Da sich Autos immer mehr zu fahrenden Computern entwickelten, „gibt es viel größere Möglichkeiten für die Hersteller, Programme zu entwickeln, um damit die Umweltschutzvorgaben zu umgehen“, warnt der ICCT-Geschäftsführer.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA261 2015-09-22/12:27