VW-Dieselskandal - Verbergen, vertuschen: Immer wieder Auto-Skandale

Washington/Wolfsburg/Detroit (Michigan) (APA/AFP) - Manipulierte Abgaswerte oder verheimlichte Technikprobleme mit tödlichen Folgen: Immer w...

Washington/Wolfsburg/Detroit (Michigan) (APA/AFP) - Manipulierte Abgaswerte oder verheimlichte Technikprobleme mit tödlichen Folgen: Immer wieder standen Autobauer - wie jetzt Volkswagen - im Zentrum gewaltiger Skandale. Eine Auswahl aus den vergangenen Jahren:

GENERAL MOTORS (GM)

Erst vergangene Woche schloss GM in den USA einen Millionen-Vergleich im Skandal um defekte Zündschlösser: Der US-Autobauer zahlt 900 Mio. Dollar (800,00 Mio. Euro), im Gegenzug werden die Ermittlungen eingestellt. GM hatte einen Defekt bei Zündschlössern vertuscht, durch den 124 Menschen ums Leben kamen und hunderte weitere Menschen verletzt wurden.

Die Zündschlösser sprangen währen der Fahrt in die Aus-Position und schalteten neben dem Motor auch die Elektronik aus. Dies konnte dazu führen, dass Airbags, Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfielen. 2014 - zehn Jahre nach Feststellen des Problems - rief GM deswegen 2,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück.

TAKATA

Mit defekten Airbags des japanischen Automobilzulieferers Takata werden weltweit acht Todesfälle und mehr als hundert Verletzte in Verbindung gebracht. Die Luftkissen können wegen eines Fehlers im Gasgenerator in Sekundenbruchteilen platzen und durch heiße Metallteile Fahrer und Beifahrer verletzen oder gar töten. Im November 2014 leitete die US-Justiz Strafermittlungen gegen das japanische Unternehmen wegen des Verdachts ein, das Problem jahrelang verheimlicht zu haben. Allein in den USA mussten elf Hersteller rund 25 Millionen Autos zurückrufen.

TOYOTA

Der japanische Autogigant Toyota akzeptierte im März 2014 in den USA in der Affäre um klemmende Gaspedale eine Strafzahlung von 1,2 Mrd. Dollar, um weiteren Ermittlungen zu entgehen. Zuvor hatte es mehrere tödliche Unfälle gegeben, weil sich das Gaspedal verhakte. Toyota musste deswegen zwischen 2009 und 2011 rund zwölf Millionen Autos zurückrufen. Toyota erklärte damals, dass sich rutschende Fußmatten mit den Pedalen verhaken könnten und der Fehler behoben sei. Dabei verschwieg der Autobauer aber, dass auch bei den Gaspedalen selbst ein Produktionsfehler festgestellt wurde.

MITSUBISHI

2004 musste Japans viertgrößter Autobauer Mitsubishi Motors 250.000 Autos zurückrufen, nachdem Mängel jahrelang vertuscht worden waren. Eine interne Untersuchung hatte ergeben, dass Autos heimlich repariert wurden ohne zu überprüfen, ob nicht ganze Modellserien zurückgerufen werden müssen. Die Vertuschungen stürzten Mitsubishi in eine schwere Krise.

~ ISIN DE0007664039 US37045V1008 JP3633400001 WEB http://www.volkswagenag.com

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http://www.mitsubishi.com/ ~ APA272 2015-09-22/12:38