Flüchtlinge - Bahnstopp sorgt für Zunahme von Taxifahrten nach Bayern
Salzburg/Freilassing (APA) - Die mit einem kurzen Fenster durchgängige Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Salzburg und München seit dem 1...
Salzburg/Freilassing (APA) - Die mit einem kurzen Fenster durchgängige Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Salzburg und München seit dem 13. September bereitet den Salzburger Taxilenkern mehr Arbeit. „Wir haben merklich verstärkt Fahrten über die Grenze. Das hat zugenommen“, sagte der Chef der Salzburger Funktaxivereinigung 8111, Peter Tutschku, am Dienstag zur APA. Beziffern könne er die Zunahme allerdings nicht.
Auch ob der Zustrom zum am Samstag eröffneten Oktoberfest in München Auswirkungen auf die Taxler in Salzburg hat, weil keine Züge mehr direkt ab dem Hauptbahnhof verkehren, könne er noch nicht sagen. „Dafür ist es zu früh.“
Die Fahrer in Salzburg hätten alle die Empfehlung bekommen, keine Flüchtlinge nach Freilassung zu bringen. „Das fällt unter Schlepperei. Wenn sich die Lenker daran halten, gut. Wenn nicht: mehr als aufklären können wir nicht.“ Erst vergangene Woche hatte die deutsche Polizei am Grenzübergang Freilassing einen Salzburger Taxler festgenommen, der Flüchtlinge aus Syrien im Wagen hatte.
Der Mann wurde von der Funktaxivereinigung gekündigt, Tutschku übte am Dienstag dennoch Kritik an der Vorgehensweise von Bundeskanzler Werner Faymann und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. „Zunächst werden alle Regelungen außer Kraft gesetzt und ganze Züge durchgewinkt. Und dann wird ein Taxilenker stundenlang eingesperrt, weil er Flüchtlinge über die Grenze gebracht hat.“
Bis kurz vor die Grenze an der Saalach-Brücke in Salzburg-Liefering dürfen die Taxler übrigens sehr wohl mit Flüchtlingen fahren. „Streng genommen haben die Fahrer eine Personenbeförderungspflicht.“ Den Preis für eine Fahrt von der Salzburger Innenstadt nach Freilassing bezifferte Tutschku mit 25 Euro. „Nicht mehr, nicht weniger.“ Beispiele von Wucher, wo Taxler Flüchtlinge für eine Vielfaches des normalen Fuhrlohns in die Nähe der Grenze bringen, kenne er nicht. „Wenn jemand in Salzburg das Drei- bis Vierfache verlangen würde, hätte ich wohl davon gehört. Und das müsste als Ausnützen einer Notsituation auch strafrechtlich verfolgt werden.“