Europas Leitbörsen im Verlauf mit deutlichen Verlusten

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen haben am Dienstag im Verlauf mit deutlichen Verlusten notiert. Der Euro-Stoxx-50 fiel 91,95 Ein...

Frankfurt am Main (APA) - Europas Leitbörsen haben am Dienstag im Verlauf mit deutlichen Verlusten notiert. Der Euro-Stoxx-50 fiel 91,95 Einheiten oder 2,89 Prozent auf 3.092,77 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.15 Uhr mit 9.665,93 Punkten und minus 282,58 Einheiten oder 2,84 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 132,38 Zähler oder 2,17 Prozent und steht nun bei 5.976,33 Stellen.

Nach wie vor herrscht an den Börsen Unsicherheit bezüglich der US-Notenbank Fed und dem tatsächlichen Zeitpunkt der Zinswende. Nachdem die Fed erst in der vergangenen Woche die Zinswende erneut verschoben hatte, hatten sich in den vergangenen Tagen wieder einige US-Währungshüter geäußert und teils eine Zinswende noch in diesem Jahr nicht ausgeschlossen.

Impulsgebende Konjunkturdaten blieben am heutigen Handelstag Mangelware. Am Nachmittag stehen das Verbrauchervertrauen der EU-Kommission für die Eurozone und der Richmond-Fed-Index auf dem Kalender, der Einfluss auf den Handel dürfte sich Analysten zufolge allerdings in Grenzen halten.

Der Kursverfall bei Volkswagen zog unterdessen den gesamten Autosektor nach unten. Zuletzt notierte die VW-Aktie mit einem satten Minus von rund 19 Prozent und war damit Schlusslicht im Euro-Stoxx-50. Ebenso befanden sich Daimler mit minus 5,74 Prozent und BMW mit minus 4,86 Prozent klar in der Verlustzone. Volkswagen kappt wegen der Affäre um manipulierte Abgaswerte in den USA nun seine Gewinnziele. Für Service-Maßnahmen und weitere Schritte, um verlorenes Vertrauen in die VW-Technik zurückzugewinnen, legt der Konzern im dritten Quartal rund 6,5 Mrd. zur Seite.

An der Börse in Paris notierten in der Folge Renault mit minus 5,25 Prozent und Peugeot verloren 7,90 Prozent. Frankreich fordert aufgrund der VW-Affäre eine Untersuchung auf europäischer Ebene. „Wir sind ein europäischer Markt mit europäischen Regeln. Und die müssen eingehalten werden“, sagte Finanzminister Michel Sapin dem Radiosender „Europe 1“. Die Untersuchung solle aber nicht nur Volkswagen betreffen. „Ich denke, um die Menschen zu beruhigen, sollten wir sie auch auf die französischen Hersteller ausdehnen.“ Er habe aber keinen Anlass zu glauben, dass sich diese so wie Volkswagen verhalten hätten.

In London verloren vor allem Bergbau- und Rohstoffwerte. Glencore fielen besonders stark und waren mit einem Minus von fast 10 Prozent größte Verlierer im FT-SE-100. Eine Analyse von Credit Suisse dürfte dabei belastet haben. Ebenso verloren Antofagasta nach einer Kürzung des Kursziels durch die Schweizer Großbank 6,54 Prozent. Auch Anglo American gaben 6,5 Prozent nach.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA335 2015-09-22/13:37