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Das jüngste Heim-Baby nahm die letzte Hürde

In Innsbruck wurde gestern das Wohnheim O-Dorf feierlich eröffnet. Der 23-Mio.-Euro-Bau hat eine kontroversielle Vorgeschichte hinter sich.

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© Andreas Rottensteiner / TT

Innsbruck –Alle waren sie gestern aufmarschiert. Vom Landes- bis zum Gemeinderat. Bereit, das neue Wohnheim im Olympischen Dorf (118 Betten) anlässlich der offiziellen Eröffnung einmal aus nächster Nähe zu erkunden. Es war, wenn man so will, die letzte Hürde, die der Neubau zu meistern hatte. Und er tat es gestern mit Bravour. Nicht nur in den Augen der Ehrengäste, nein, viel wichtiger, auch beim anschließenden Tag der offenen Tür bei den Bewohnern des O-Dorfs.

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Die Vorgeschichte des Hauses, welches von der Stadtbau, einer Tochter der Neuen Heimat, um rund 20 Millionen Euro errichtet und in Folge von den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD) gemietet und mit rund drei Millionen Euro Einrichtungskosten betriebsfertig gemacht wurde, ist eine lange und bewegte. Es waren gut ein Dutzend Standorte, die sich die Politik im vergangenen Jahrzehnt im O-Dorf angeschaut hatte. Keiner schien geeignet. Bis die Idee geboren wurde, die Innpromenade teilweise zu überbauen. Eine Idee, die zu Beginn auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung stieß. Eine erste Bürgerinformation bezeichnete Stadtbau- und NHT-Chef Klaus Lugger noch gestern als seinen „härtesten Kampf“.

Einen großen Anteil daran, dass sich die Wogen inzwischen geglättet haben, dürfte der siegreiche Entwurf des Wiener Architektenduos Bettina Götz und Richard Manahl haben. Durch eine Aufständerung des Gebäudes, einen öffentlichen Café-Betrieb im Erdgeschoß sowie eine umfassende Neugestaltung des umliegenden Grünbereichs gelang es, laut ISD-Chef Hubert Innerebner, eine „Symbiose zwischen Heimbewohnern, Vereinen und Stadtteilbewohnern“ zu schaffen. Eine, für die die Architekten wohl noch den einen oder anderen Preis einheimsen werden, orakelte Innerebner.

BM Christine Oppitz-Plörer verdeutlichte, dass das Festhalten an diesem Standort der Politik „wieder Mut“ geben könne: „Ein bisschen Gegenwind schadet nicht.“

Ebenso Positives am Rande: Der dort am Innufer ansässige Biber wurde durch den Bau des Wohnheims übrigens nicht vertrieben. (mami)


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