Italiens Staatsschuld soll nächstes Jahr erstmals sinken

Rom (APA) - Italiens Staatsschulden, die im Juli einen neuen Rekordstand von 2.218,2 Milliarden Euro erreicht haben, sollen im kommenden Jah...

Rom (APA) - Italiens Staatsschulden, die im Juli einen neuen Rekordstand von 2.218,2 Milliarden Euro erreicht haben, sollen im kommenden Jahr erstmals sinken. Dies versicherte Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan am Dienstag in Mailand. Die Senkung der Verschuldung sei notwendig, damit Italien auf den Finanzmärkten und bei den internationalen Institutionen seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnen könne.

„Wir leiden unter einer gigantischen Staatsschuld, die das Ergebnis der Politik der Vergangenheit ist, und unsere Zukunft belastet. Daher muss sie im kommenden Jahr sinken“, sagte Padoan.

Der Minister betonte, dass Italien mit Entschlossenheit den Weg des Wirtschaftswachstums eingeschlagen habe. Jetzt heiße es, konjunkturfördernde Maßnahmen zu ergreifen, um das Wachstum aktiv zu unterstützen. „Wir gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum zunehmen wird“, so Padoan. Italien könne zur „Lokomotive“ Europas werden.

Die Wirtschaft des Landes werde in diesem Jahr um 0,9 Prozent und 2016 um 1,6 Prozent wachsen, erklärte die Regierung am Freitag. Das sind jeweils 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im April angenommen worden waren. Der neuveröffentlichte Ausblick ist die Grundlage für den Haushaltsentwurf des kommenden Jahres, den die Regierung Ende September vorstellen wird. Darin erhöht die Regierung zudem das Defizitziel für das kommende Jahr auf 2,2 von bisher 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), obwohl durch die stärkere Konjunktur höhere Steuereinnahmen zu erwarten sind.

Noch optimistischer ist der Industrieverband Confindustria, laut dem das Bruttoinlandsprodukt von Österreichs zweitwichtigstem Handelspartner bis Jahresende um ein Prozent wachsen soll, 2016 dann um 1,5 Prozent. Bisher hat Confindustria ein Plus von 0,8 Prozent für heuer und 1,4 Prozent für 2016 prognostiziert.