Regierungen fordern weltweit Klarheit von Volkswagen

Wolfsburg (APA/AFP) - Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen sorgt weltweit für Aufregung. Angefangen bei den USA fordern vie...

Wolfsburg (APA/AFP) - Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen sorgt weltweit für Aufregung. Angefangen bei den USA fordern viele Länder nun Aufklärung, ob Dieselautos von Volkswagen auch auf ihren Straßen mehr Schadstoffe in die Luft blasen als vom Hersteller angegeben. Teils könnte die Affäre auch strafrechtliche Folgen für Volkswagen haben.

USA:

Hier nahm die Affäre nach Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA ihren Anfang. Die Manipulationen könnten für VW neben einer saftigen Strafzahlung auch strafrechtliche Folgen haben: Medienberichten zufolge leitete das US-Justizministerium entsprechende Ermittlungen ein. Im US-Repräsentantenhaus soll es in den kommenden Wochen eine Anhörung zu dem Fall geben.

EU:

Die EU-Kommission hält spezielle Abgas-Kontrollen von Volkswagen-Autos in Europa zunächst für unnötig. Es sei verfrüht zu sagen, ob „unmittelbare spezifische Überwachungsmaßnahmen auch in Europa notwendig sind und ob von Volkswagen in Europa verkaufte Autos ebenfalls betroffen sind“, teilte die Kommission mit. Allerdings habe die Kommission das Thema im Auge und sei mit VW und den zuständigen US-Behörden in Kontakt.

Frankreich:

Der französische Finanzminister Michel Sapin fordert eine großangelegte Untersuchung auf EU-Ebene. Um die Bürger zu „beruhigen“, müssten nicht nur VW-Fahrzeuge, sondern auch andere europäische Hersteller kontrolliert werden.

Italien:

Die italienische Regierung fordert von Volkswagen und vom Kraftfahrtbundesamt Aufklärung. Das Verkehrsministerium ist besorgt, ob die in den USA angewendeten Manipulationen auch auf die in Italien verkauften VW-Autos zutreffen, und begann auch mit eigenen Untersuchungen.

Südkorea:

Auch Südkorea will Klarheit darüber, ob Pkw von Volkswagen im südkoreanischen Straßenverkehr mehr Schadstoffe in die Luft blasen als von VW angegeben. Das Umweltministerium in Seoul bestellte für Mittwoch Vertreter des Konzerns ein und kündigte eigene Untersuchungen ab Oktober an.

Australien:

Das zuständige Ministerium für Infrastruktur wartet auf Informationen von Volkswagen Australien, ob auch auf dem Kontinent Dieselautos mit der Manipulations-Software herumfahren. Volkswagen Australien wiederum wartet auf Klärung durch den Mutterkonzern in Wolfsburg, wie ein Sprecher dort der Australian Associated Press sagte.

~ ISIN DE0007664039 WEB http://www.volkswagenag.com ~ APA444 2015-09-22/15:21