„Terror-Reisen“ 2 - Caner Y. wollte „jeepähnliche Fahrzeuge“ besorgen

Wien (APA) - Im Zuge seiner ausführlichen Einvernahme wurde Caner Y. unter anderem mit Chat-Protokollen konfrontiert, denen zufolge er drei ...

Wien (APA) - Im Zuge seiner ausführlichen Einvernahme wurde Caner Y. unter anderem mit Chat-Protokollen konfrontiert, denen zufolge er drei auf dem Territorium des Islamischen Staats (IS) befindlichen Männern versprochen haben soll, ihnen Fahrzeuge zu finanzieren. „Ich habe mit niemandem Kontakt gehabt, der in Syrien beim IS war“, ließ der Angeklagte diesen Vorhalt nicht gelten.

Bei den Männern habe er sich um Freunde gehandelt, die er seit seinem Militärdienst in der Türkei kenne. Seines Wissens hätten sich diese zu keinem Zeitpunkt dem IS angeschlossen. Er habe ihnen Geld für „jeepähnliche Fahrzeuge“ schenken wollen, die jeweils „um die 1.00 Euro herum“ gekostet hätten. Sinn der Sache wäre gewesen, damit Verletzte aus dem syrisch-türkischen Grenzgebiet zu bergen, erklärte Caner Y. Er habe sich seit längerem für einen karitativen Verein in seiner Heimat betätigt und in Wien auch für diesen gesammelt, um damit beispielsweise Zuwendungen für bedürftige Kinder in Gaziantep überweisen zu können.

Die südostanatolische Grenzstadt sei auch Endziel jener Autofahrt gewesen, bei der er im Juli 2014 gemeinsam mit Yunus F. in zwei Pkw mehrere gebürtige Tschetschenen beförderte - laut Anklage, um sie danach nach Syrien zu schleusen und ihnen den Anschluss an den IS zu ermöglichen. „Ich habe nicht geglaubt, dass die in den Jihad wollen“, versicherte der Angeklagte. Mit der Ideologie des IS habe er nichts am Hut.

Anders hörte sich das allerdings in Unterhaltungen an, die der 33-Jährige via WhatsApp mit mutmaßlichen IS-Kämpfern führte. „Unser Staat füllt sich“, zitierte Richterin Minou Aigner etwa eine Aussage des Angeklagten, die mit dem Versprechen endete, auch er werde „kommen“.

Die Verhandlung wird morgen, Mittwoch, fortgesetzt.