Flüchtlinge - Merkel verteidigte deutsches Vorgehen

Berlin/Helsinki (APA/AFP) - Angela Merkel (CDU) hat das Vorgehen Deutschlands in der Flüchtlingskrise verteidigt. Sie habe „den Eindruck, da...

Berlin/Helsinki (APA/AFP) - Angela Merkel (CDU) hat das Vorgehen Deutschlands in der Flüchtlingskrise verteidigt. Sie habe „den Eindruck, dass der gesamte Flüchtlingsprozess sehr ungeordnet abläuft, wir müssen und werden ihn trotzdem bewältigen“, sagte die deutsche Bundeskanzlerin am Dienstag an der Seite des finnischen Regierungschefs Juha Sipilä in Berlin.

Nötig seien dazu aber „Signale der Ordnung, dazu gehört die Bewachung der Außengrenze“. Dies sei allerdings „nicht alleine“ zu schaffen. Griechenland mit einer EU-Außengrenze etwa brauche die Unterstützung der Türkei.

Die Globalisierung habe zur Folge, dass „Konflikte, die scheinbar weit von uns weg sind, auch Auswirkungen auf uns haben“, sagte Merkel weiter. Neben der Entwicklungshilfe bestehe die Aufgabe jetzt darin, die Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen. „Wir lernen in dieser Flüchtlingssituation, dass wir alle miteinander zusammenhängen und unser Leben auch davon beeinflusst wird, wenn woanders etwas Schreckliches geschieht - und das werden wir durch das Bauen von Zäunen nicht verändern können“, sagte Merkel.

Sipilä sagte, Deutschland habe in der Flüchtlingskrise „Solidarität und Sinn für Verantwortung bewiesen und eine Führung übernommen“. Sein Land nehme im Verhältnis zur Bevölkerung etwa ebenso viele Flüchtlinge auf wie Deutschland. Finnland unterstütze auch den Vorschlag zur Verteilung von 120.000 Flüchtlingen auf die verschiedenen EU-Länder. Zum Sondertreffen der EU-Innenminister am Dienstag sagte Sipilä, es sei wichtig, dass sich die Minister auf eine gerechte Lastenverteilung verständigten.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, 120.000 Flüchtlinge aus den stark belasteten Ländern Italien, Griechenland und Ungarn über verbindliche Quoten auf die anderen EU-Staaten zu verteilen. Dies stößt bei einer Reihe osteuropäischer Länder auf Ablehnung. Nach den Innenministern tagen am Mittwoch die EU-Staats- und Regierungschefs.