Flüchtlinge - Heizgeräte und Regenschutz gegen Kälte in Salzburg

Salzburg/Wals-Siezenheim/Freilassing (APA) - Winterschlafsäcke, elektrische Heizgeräte, Regenschutz und Shuttle-Busse zu einer Notunterkunft...

Salzburg/Wals-Siezenheim/Freilassing (APA) - Winterschlafsäcke, elektrische Heizgeräte, Regenschutz und Shuttle-Busse zu einer Notunterkunft in Salzburg-Liefering, die rund zwei Kilometer vom deutschen Grenzübergang Freilassing entfernt liegt: Das sind einige der geplanten Maßnahmen, um die Hundertschaften von Flüchtlingen vor dem für Mittwoch angekündigten Kälteeinbruch in Salzburg zu schützen.

Bisher war die Notunterkunft in der ehemaligen Autobahnmeisterei der Asfinag an der Münchner Bundesstraße in Liefering, die für rund 500 Menschen Platz bietet, von den Flüchtlingen nur spärlich benutzt worden. Sie machten sich lieber gleich zu Fuß zur Grenze auf, um den ersehnten Einlass nach Deutschland nicht zu verpassen. Bei Kälte und Regen sind nun Shuttle-Busse vorgesehen, in denen die Flüchtlinge zu dem Not-Stützpunkt gefahren werden.

„Wir hoffen, dass dieses Angebot von den Flüchtlingen auch angenommen wird. Sie können hier im Trockenen warten, es gibt auch eine komplette Verpflegung“, sagte Christian Blaschke, Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer, am Dienstag zur APA. Die Garagen können beheizt werden, angedacht sind Heizkanonen. Für jene Flüchtlinge, die im Freien am Grenzübergang Freilassing ausharren, damit sie ihren Platz in der Reihe nicht verlieren, werden Regenüberwürfe verteilt, die der ORF zur Verfügung stellt, wie Blaschke erklärte. „Bei Bedarf wird nachjustiert.“

Ein festes Dach über den Kopf bietet das ehemalige Zollamtsgebäude an der Freilassinger Grenze, das mit 150 Betten ausgestattet ist und über eine medizinische Versorgung, Fließwasser und sanitären Anlagen verfügt. Mütter mit Kleinkinder und beeinträchtigte Personen werden hier bevorzugt aufgenommen.

Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass in der Notunterkunft in der Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof, die bis zu etwa 800 Personen aufnehmen kann, keine Heizung erforderlich ist. Beheizt ist die Notunterkunft in der Straniakstraße in Salzburg-Kasern, die für rund 400 Personen Platz bietet. Das Quartier in einer ehemaligen Fabrik wird von den durchreisenden Flüchtlingen allerdings kaum in Anspruch genommen. Derzeit sind dort rund 50 Personen untergebracht, die in Salzburg um Asyl angesucht haben.

Auch für die Bewohner der Zeltstädte, die im Auftrag des Innenministeriums in Österreich errichtet wurden, ist offenbar vorgesorgt. Für 2.500 Personen seien Winterschlafsäcke über das Rote Kreuz angekauft worden, erklärte Ministeriumssprecher Alexander Marakovits. „Für alle Unterbringungsmöglichkeiten in den Zeltstädten sind auch spezielle Heizungssysteme vorgesehen.“ Es handle sich um elektrische Heizgeräte, die ausreichend Wärme spenden sollen. Die Zeltstadt bei der Landespolizeidirektion Salzburg soll demnächst ohnehin Containern weichen, die auf dem Areal der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim aufgestellt werden. Geplanter Einzugstermin ist offenbar Anfang Oktober.

Die Flüchtlingssituation in Salzburg ist nach wie vor angespannt. Am Dienstag zu Mittag befanden sich rund 600 bis 700 Flüchtlinge in der Tiefgarage auf dem Salzburger Hauptbahnhof. Neu ankommende Personen wurden über den Ausgang Lastenstraße in die ehemalige Autobahnmeisterei gebracht. An der Grenze zu Freilassing warteten circa 700 Flüchtlinge auf die Einreise nach Deutschland.