Zürcher Börse schließt klar im Minus
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im tiefroten Bereich geschlossen. Nachdem der Schweizer Leitindex SMI in de...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag im tiefroten Bereich geschlossen. Nachdem der Schweizer Leitindex SMI in der Eröffnungsphase zeitweise noch über der 8.700-Punkte-Marke notiert hatte, fiel er am späten Nachmittag unter die Schwelle von 8.500 Zählern. Er erlitt somit einen der größten Tagesverluste im laufenden Jahr.
Nur auf dem Höhepunkt der China-Sorgen Ende August und nach der Aufhebung des Mindestkurses im Jänner verzeichnete er noch stärkere Einbrüche. Laut Händlern herrschten zeitweise fast panikartige Zustände. Auch an anderen europäischen Börsen ging es zum Teil in ähnlichem Ausmaß bergab.
Analysten erklärten sich die Verwerfungen mit starken globalen Wachstumssorgen und mit den Nachwehen des „Nullentscheids“ der US-Notenbank von vergangener Woche. Man könne nicht die Märkte ein Jahr lang auf einen Zinsanstieg vorbereiten und diesen dann wegen der China-Sorgen kurzfristig abblasen, meinte ein Experte. Fed-Chefin Janet Yellen habe jedenfalls am Markt einen großen Vertrauensverlust erlitten. Auch für die kommenden Tage ist den Fachleuten zufolge mit einer hohen Volatilität zu rechnen.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss 3,49 Prozent tiefer bei 8.475,47 Punkten und damit auf dem Tagestief. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 3,26 Prozent auf 1.251,31 und der breite Swiss Performance Index (SPI) ebenfalls um 3,26 Prozent auf 8.667,22 Zähler nach. Sämtliche 30 Blue Chips schlossen im Minus.
Die größten Verluste erlitten LafargeHolcim (-5,2 Prozent). Die Zementaktien sind stark abhängig vom Gang der Weltwirtschaft und insbesondere der Konjunktur in den Schwellenländern. Diesbezüglich hatte die US-Notenbank letzte Woche ein großes Fragezeichen gesetzt. Eine Kurszielsenkung für die LafargeHolcim-Papiere durch einen Bankanalysten war am Berichtstag Ausdruck dieser Stimmung.
Dahinter folgten vier Titel, die um über 4 Prozent nachgeben. Zu dieser Gruppe gehörte das Pharmaschwergewicht Novartis (-4,6 Prozent). Auch Roche (-3,6 Prozent) und Actelion (-3,1 Prozent) erlitten deutliche Einbußen. Händler verwiesen auf Ankündigungen der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, sie wolle den überhöhten Preisen von Medikamenten den Kampf ansagen und einen Plan gegen „Wucher“ vorlegen.
Mehr als 4 Prozent büßten zudem die Zurich-Aktien (-4,6 Prozent) ein, die am Vortag noch größte Verlierer waren. Nach einer Gewinnwarnung und dem abgesagten RSA-Deal zu Wochenbeginn kürzten am Berichtstag weitere Analysehäuser ihre Kursziele für die Aktie.
Stark unter Druck waren den ganzen Tag über auch Swatch (-4,2 Prozent). Die jüngsten Exportzahlen würden gegen den Uhrenkonzern und für den Konkurrenten Richemont (Aktie -2,8 Prozent) sprechen, meinten die Analysten von Kepler. Die Schweizer Uhrenexporte sind im August erneut zurückgegangen, und dabei vor allem im tiefpreisigen Segment, in dem Swatch stärker vertreten ist.
Auch Clariant (-4,3 Prozent) zählten bei Handelsende zum „Club“ der Titel mit Verlusten von über 4 Prozent.
Am besten hielten sich auf der anderen Seite Transocean (-0,1 Prozent). Die Papiere des Ölservice-Unternehmens hatten lange Zeit ebenfalls zu den größten Verlierern gezählt, der Stimmungsumschwung kam mit Handelseröffnung in New York, wo der Haupthandel stattfindet.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA575 2015-09-22/18:42