US-General: Dulden keinen Kindesmissbrauch durch afghanische Soldaten
Washington (APA/dpa) - Ein Bericht über sexuellen Kindesmissbrauch durch afghanische Sicherheitskräfte und die mutmaßliche Duldung durch das...
Washington (APA/dpa) - Ein Bericht über sexuellen Kindesmissbrauch durch afghanische Sicherheitskräfte und die mutmaßliche Duldung durch das US-Militär schlägt im Pentagon Wellen. US-General John Campbell dementierte am Dienstag einen Bericht der „New York Times“, nach dem US-Soldaten angewiesen wurden, Missbrauchsfälle durch die afghanischen Partner zu ignorieren.
„Ich persönlich habe mehrere Einsätze in Afghanistan absolviert und bin absolut sicher, dass solch eine Regelung dort nie existiert hat, und gewiss nicht während meiner Amtszeit als Kommandant“, schrieb Campbell. Jegliche Verdachtsfälle müssten unabhängig von den Opfern oder mutmaßlichen Tätern sofort gemeldet werden. Er habe in der Frage auch mit dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani gesprochen.
Die „New York Times“ hatte zuvor berichtet, dass US-Militärangehörige gemaßregelt würden, wenn sie bei der Vergewaltigung afghanischer Buben eingriffen. In einem Fall hatte ein US-Offizier demnach einen afghanischen Kommandanten verprügelt, weil dieser einen Buben als Sex-Sklaven an sein Bett gefesselt hatte. Der US-Offizier sei danach von seines Kommandos enthoben und aus Afghanistan abgezogen worden.
Die Fälle seien „widerlich“ und das Pentagon zutiefst besorgt, sagte Pentagonsprecher Peter Cook am Dienstag.