Opferzahl von Anschlägen in Maiduguri auf mindestens 117 gestiegen
Maiduguri (APA/AFP) - Die Zahl der Opfer einer Serie von Anschlägen in der Stadt Maiduguri im Nordosten von Nigeria ist auf mindestens 117 g...
Maiduguri (APA/AFP) - Die Zahl der Opfer einer Serie von Anschlägen in der Stadt Maiduguri im Nordosten von Nigeria ist auf mindestens 117 gestiegen. Im Universitätskrankenhaus seien 72 Tote gezählt worden, während 45 Leichen zur Leichenhalle einer andere Klinik gebracht worden seien, sagte mehrere Mitarbeiter am Dienstag. Ein Polizeisprecher des Bundesstaates Borno hatte die Opferzahl am Montag mit 54 angegeben.
Die Behörden machten für die Anschläge die Islamistengruppe Boko Haram verantwortlich, die einst ihre Hochburg in Maiduguri hatte. Die islamistische Sekte hatte 2009 in der Hauptstadt des Teilstaats Borno einen Aufstand gegen den Staat begonnen, der jedoch von der Armee mit großer Brutalität niedergeschlagen worden war. Nachdem die Gruppe zunächst zerschlagen schien, tauchte sie ein Jahr später mit einer Reihe von Angriffen auf Behörden und Sicherheitskräfte wieder auf. In der Folge weitete sich der Aufstand auf weite Gebiete im Nordosten des Landes sowie im vergangenen Jahr auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger aus.
Diese Länder schlossen sich daraufhin dem Kampf gegen die Extremisten an, was es erlaubte, sie an mehreren Fronten zurückzudrängen. In der Folge verlagerten sich die Extremisten zunehmend auf Guerilla-Taktiken. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bisher mehr als 15.000 Menschen getötet, mehr als zwei Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen. Die jüngsten Anschläge in Maiduguri richteten sich unter anderem gegen eine Moschee und eine Gruppe, die vor einem Fernseher ein Fußballspiel verfolgte.