Wacker und Wattens kamen zitternd in die nächste Runde
Wattens sorgte gegen Kapfenberg mit dem 6:5-Sieg im Elfmeterschießen für eine Sensation. Wacker siegte in Krems 5:3 nach Verlängerung.
Wattens, Krems – Tradition verpflichtet. Und die WSG Wattens kann im österreichischen Fußball-Cup ja schon einige Glanzlichter im Gernot-Langes-Stadion vorweisen. Da war zum Beispiel der 3:0-Sieg gegen Austria Salzburg 1988 oder die knappe 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen den großen FC Swarowski Tirol ein Jahr später.
Gestern wollte die Truppe von Trainer Thomas Silberberger der Vereinschronik gegen Zweitligist Kapfenberg einen weiteren Cup-Eintrag hinzufügen. Und die Wattener begannen vor 1500 Zuschauern aggressiv und engagiert. Nach einem Eckball fand Florian Buchacher nach vier Minuten die erste kleine Chance vor.
In der 19. Minute parierte Wattens-Goalie Ferdinand Oswald einen Kopfball von Kapfenberg-Torjäger Sergi Arimany. Und eigentlich hätte der Spanier nach 32 Minuten auf 0:1 stellen müssen. Sein Abschluss ging aber drüber.
Dazwischen hatte die WSG ihre größte Chance: Nach butterweicher Pranter-Hereingabe zögerte Simon Zangerl viel zu lange, anstatt direkt abzudrücken (24.). In Durchgang zwei neutralisierten sich die Teams lange, bis der Kapfenberger Marco Perchtold mit einer abgerissenen Flanke die Querlatte traf (56.). Wattens war in der Folge besser – ab dem Sechzehner regierte aber die Ideenlosigkeit.
Bei Kapfenberg sorgte erst der eingewechselte Imbongo für Schwung und verpasste das 0:1 nur knapp (72.). In der 79. Minute verschätzte sich Goalie Oswald bei einem hohen Ball und konnte einen Flecker-Kopfball gerade noch vor der Linie klären. Das war’s: Es ging in die Verlängerung. Dort drückte Wattens auf den Siegtreffer, der Ball wollte aber nichts ins Netz. Die Entscheidung fiel im Elfmeterkrimi – mit dem besseren Ende für die WSG Wattens (6:5). „Wahnsinn, wir sind stolz“, freute sich Harald Cihak, der den entscheidenden Strafstoß verwertete.
Wacker musste in die Verlängerung
Ein bisschen pomadig, der Tabellenführer der Ersten Liga aus Innsbruck. Zumindest zu Beginn. Da helfen die ganzen Besprechungen nichts, nichts die Warnungen des Trainers, nichts die Beteuerungen der Spieler. Genau das ist das Salz des Cups. Das ist die Gefährdung der vermeintlich Besseren. Seit jeher. Es sind wohl Signale aus dem Unbewussten. Das Wissen, besser zu sein, ist das eine. Die Verlockung, die Gefahren zu unterschätzen, das andere. Wie auch immer: Der FC Wacker ist gegen die bis in die Haarspitzen motivierten Gastgeber nicht auf Touren gekommen. Womöglich – es wurde ein wenig rotiert und es wurde Torjäger Pichlmann zu Hause gelassen – weil die Feinabstimmung nicht griff, die Automatismen nicht flutschten.
Nicht einmal das frühe 0:1 durch den Kremser Kapitän Denk war ein Aufwecker. Wacker war zu sehr damit beschäftigt, sich selbst neu zu motivieren, um einen quirligen, lauf- und zweikampfstarken Gegner postwendend zur Raison zu bringen. Das 0:1 war zudem ein halbes Eigentor. Aber die Tiroler retteten sich mit 0:1 in die Pause, um mental verändert wieder aufs Feld zu kommen. In der 51. Minute konnte Gründler nur noch per Notbremse gestoppt werden.
Und weil das im Strafraum war, gab es einen Penalty: Christoph Freitag legte sich das Leder auf, um es ins Tor zu dreschen. 1:1. Ab da spielten die Tiroler, wie man es sich von ihnen erwartet hatte, führten durch einen abgefälschten Hirschhofer-Schuss (75.) 2:1, ehe ein Zusammenstoß zwischen Siller und Slavov einen Elfer bedeutete: 2:2 (85.) – Verlängerung – und da zeigte der FC Wacker, dass er unter Druck steigerungsfähig ist:
Gründler (98.) und Hirschhofer (102.) bringen die Überlegenheit auf die Anzeigentafel: 4:2. Krems verkürzt auf 3:4 (108.) Rosenbichler (120.) ist mit dem Tor zum 5:3 Erlöser. Ende gut, alles gut. Fürs nächste Cupspiel was gelernt. (TT.com)
ÖFB-Cup - 2. Runde
Wattens — Kapfenberg 6:5 i.E. (0:0) Entscheidender Elfer durch Cihak. Aufstellung Wattens: Oswald; Cihak, Steinlechner, Mansour, Buchacher; Svejnoha, Mörck (65., Gebauer); Shazad, Toplitsch (86., Nunez), Pranter (78., Schreter); Zangerl. Krems — FC Wacker 3:5 n.V. (2:2) Tore: Denk (4.), Schragner (85.), Hackl (108.) bzw. Freitag (52.), Hirschhofer (76., 101.), Gründler (97.), Rosenbichler (119.). Rot: Weber (90., Krems)Gelb-Rot: Riemann (107., Wacker). Aufstellung FC Wacker: Grünwald; Rosenbichler, Siller, Hauser, Lercher; Freitag, Hamzic; Gründler (104., Tekir), Riemann, Renner (79., Jamnig); Hirschhofer (110., Hölzl).
weitere Spiele: Gurten — Mattersburg 1:3 (1:1), Hard — St. Pölten 1:4 (1:3), Stadlau — A. Klagenfurt 2:1 n.V. (1:1), Ebreichsdorf — Wr. Neustadt 3:1 (1:1), Lankowitz — FAC 1:0 (1:0), Lendorf — Austria Salzburg 0:5 (0:1), Seekirchen — Sturm Graz 0:7 (0:5), Horn — Red Bull Salzburg 2:3 n.V. (2:2), St. Johann — LASK 4:5 i.E. (1:1), Wr. Sportklub — Altach 0:3 (0:1)