UNO-Generalversammlung - Ambitionierte Agenda für nachhaltige Welt
New York (APA/AFP) - Mit einem ehrgeizigen Aktionsplan will die internationale Staatengemeinschaft bis Ende 2030 Armut beseitigen, die Gleic...
New York (APA/AFP) - Mit einem ehrgeizigen Aktionsplan will die internationale Staatengemeinschaft bis Ende 2030 Armut beseitigen, die Gleichstellung von Frauen vorantreiben, die Gesundheitsversorgung verbessern und dem Klimawandel entgegensteuern. Die Vertreter von 193 UN-Staaten hatten sich Anfang August auf eine Agenda für nachhaltige Entwicklung geeinigt, die an die bisherigen UN-Millenniumsziele anknüpft.
Beim Nachhaltigkeitsgipfel von Freitag bis Sonntag in New York soll das Programm offiziell beschlossen werden.
WELCHE ZIELE SETZT SICH DIE WELTGEMEINSCHAFT?
Die Post-2015-Agenda umfasst 17 grundlegende Entwicklungsziele, die in 169 Unterpunkten ausgeführt werden. Das oberste Anliegen ist die Beendigung der extremen Armut „in allen Formen und überall in der Welt“. Sie betrifft derzeit rund eine Milliarde Menschen, die mit weniger als 1,25 Dollar (1,11 Euro) pro Tag auskommen müssen. Die meisten von ihnen leben in Afrika und in Asien. Zudem soll der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung verbessert und die Gleichberechtigung der Geschlechter vorangetrieben werden.
Als Ziel wird auch der Kampf gegen den Klimawandel genannt. Der Aktionsplan hebt in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Verhandlungen über ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen hervor, die im Dezember bei der UN-Klimakonferenz in Paris zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden sollen. Weiterhin gehören der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie die Verringerung der sozialen Ungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern zu den Anliegen.
AB WANN GREIFT DIE NACHHALTIGKEITSAGENDA?
Die 17 Ziele sollen ab dem 1. Jänner 2016 gelten - anders als bei der Millenniumsagenda sowohl für Entwicklungsländer als auch für Industrienationen. Ihre Umsetzung ist freiwillig und jeder Staat entscheidet selbst über die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele. Allerdings soll der Erfolg anhand fester Kriterien regelmäßig überprüft werden.
WIE WERDEN DIE PLÄNE FINANZIERT?
Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda wird Schätzungen zufolge jedes Jahr zwischen 3,5 und fünf Billionen Dollar (3,1 bis 4,4 Billionen Euro) kosten. Neben der staatlichen Entwicklungshilfe und internationalen Geldgebern wie der Weltbank soll der Privatsektor einen Teil der Summe tragen. Auch die Entwicklungsländer selbst sollen für zusätzliche Mittel sorgen, indem sie etwa die Korruption entschiedener bekämpfen. Dadurch soll der Rohstoffreichtum vieler dieser Länder stärker der Bevölkerung zu Gute kommen.
~ WEB http://www.un.org/en/ga/ ~ APA041 2015-09-23/08:01