Komplexe Leichtigkeit: Steaming Satellites „greifbarer“ als zuvor
Wien (APA) - Zurück auf Anfang: Die Salzburger Band Steaming Satellites hat mit ihrem dritten, selbstbetitelten Album keine einfache Platte ...
Wien (APA) - Zurück auf Anfang: Die Salzburger Band Steaming Satellites hat mit ihrem dritten, selbstbetitelten Album keine einfache Platte vorgelegt - und zwar in mehrerer Hinsicht. „Zwei Tage vorm Studiotermin wollten wir alles hinschmeißen“, erinnert sich Sänger Max Borchardt. Mittlerweile kann der sympathische Musiker über diese Tatsache lachen und weiß, was man erreicht hat. „Es wirkt fast wie ein Debüt.“
„Für uns ist dieses Album eigentlich das erste Mal, dass wir als Band agiert haben“, erzählt Borchardt im APA-Interview. „Jeder hat versucht, seinen Charakter so weit einfließen zu lassen, dass man es auch hören kann.“ Wo früher viel im Studio gebastelt und geschraubt wurde, wollte man nun in erster Linie gemeinsam musizieren. „Jeder in der Band hat Verantwortung übernommen.“ Folglich wurden die dreizehn Stücke auch live eingespielt, „und diese Energie spürt man“.
Schon der Opener „Together“ unterstreicht diese Behauptung: Obwohl geradezu untypisch geradlinig im Blues-Fahrwasser anhebend, legen die Steaming Satellites bereits bei diesem Stück die für sie so typische Leichtigkeit an den Tag. Mit durchaus komplexen Strukturen, gefühlvoll arrangiert und vor allem sehr eingängig präsentieren sich hier Borchardt und seine Kollegen Matthäus Weber, Emanuel Krimplstätter sowie Manfred Mader. Letzterer ist nach dem Vorgänger „Slipstream“ wieder zur Gruppe gestoßen und habe besonders das Bandklima positiv beeinflusst. „Es sollte ein Gleichgewicht herrschen und er hat uns wirklich geholfen, dass wir wieder gemeinsam an einem Strang ziehen.“
Ein anderer wesentlicher Player für das Zustandekommen der durchwegs gelungenen Platte war Produzent Sebastian „Zebo“ Adam. Nach einem ersten missglückten Studiobesuch habe man nämlich rasch gemerkt, dass eine außenstehende Meinung diesmal zielführend sein könnte. „Er hat uns geleitet, hat uns Entscheidungen abgenommen“, resümiert Borchardt. „Das Material war da, aber die Studioumsetzung war nicht klar.“ Zudem habe Adam wesentlich dazubeigetragen, dass man sich doch wieder zusammenraufte. „Er hat uns sehr geholfen. Und dann war es wie ein Neuanfang für uns: Wir haben reinen Tisch gemacht, die ganzen Streitigkeiten ausgeräumt und sind es angegangen.“
Niedergeschlagen hat sich das vor allem in einer neu gefundenen Sicherheit, die Nummern wie das melodiöse „Honey“ oder das Psychedelisches wie Pop gleichermaßen zitierende „Circles“ ausstrahlen. Dieses nach wie vor am besten als Space Rock zu umschreibende Konglomerat serviert man nun noch eine Spur leichtfüßiger als zuvor, ohne eine gewisse Erdung vermissen zu lassen. „Wir sind wieder einen Schritt näher an dem, wo wir hinwollen“, betont Borchardt. „Das Album hat Stärken und Schwächen, dessen sind wir uns auch bewusst. Aber das war uns wichtig, da es menschlich klingen sollte. Als Zuhörer kommt man uns näher als vorher. Es ist greifbarer, nicht mehr so verschnörkelt wie früher und vielleicht auch ehrlicher.“
Das habe letztlich aber nicht nur für die Fans, sondern auch die Musiker selbst Auswirkungen. „So hält es uns einen Spiegel vor und zeigt, wer wir wirklich sind“, sinniert der Sänger und Gitarrist. „Natürlich sind wir noch immer auf der Suche, das ist man ständig.“ Zu entdecken gibt es auf „Steaming Satellites“ letztlich so einiges, sei es der Funk von „Unreal“, der brodelnde Beat und der Sprechgesang-Einsatz bei „Phone“ oder balladeske Töne in „Unfold“, die Borchardt als „Versöhnungsnummer“ umschreibt. „Fast schon ein bisschen zum Schunkeln“, schmunzelt er. „Man bekommt einfach ein gutes Gefühl dabei.“
Ein solches will das Quartett nun auch bei den anstehenden Konzerten in Österreich, Deutschland und der Schweiz versprühen. „Wir sind extrem motiviert“, sagt Borchardt. Nach den Promotionterminen könne man sich nun intensiv darauf vorbereiten. „Es wird ein kompakteres Liveprogramm“, ist sich der Musiker sicher, „wir haben jetzt mehr Möglichkeiten.“ Überzeugen kann man sich davon u.a. in Salzburg (10.10.), Wien (22.10.), Graz (23.10.) und Linz (24.10.).
(Das Gespräch führte Christoph Griessner/APA)
(S E R V I C E - www.steamingsatellites.de)