Europas Leitbörsen zur Eröffnung schwächer erwartet
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Konjunktursorgen und schwache Vorgaben der Übersee-Börsen dürften am Mittwoch für einen weiteren trüben Ha...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Konjunktursorgen und schwache Vorgaben der Übersee-Börsen dürften am Mittwoch für einen weiteren trüben Handelstag am europäischen Aktienmarkt sorgen. Dass die Stimmung in Chinas Wirtschaft auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen ist, nährte einmal mehr die Sorgen der Anleger um die weltweite Wirtschaftsentwicklung. Zudem überschattet weiterhin der Abgas-Skandal bei VW das Börsengeschehen in Frankfurt.
Der Future auf den Euro-Stoxx-50 signalisierte für den Leitindex der Eurozone eine 0,78 Prozent schwächere Eröffnung. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex stand knapp eine Stunde vor dem Handelsstart bei 9.497 Punkten und damit 0,76 Prozent unter dem DAX-Vortagesschluss, als das Börsenbarometer knapp vier Prozent eingebüßt hatte. Das Jahrestief bei 9.338 Punkten vom August-Crash rückt damit wieder näher.
An Chinas Börsen ging es nach den enttäuschenden Konjunkturdaten teils deutlich nach unten. Auch die anderen asiatischen Handelsplätze erlitten Verluste. In Japan wurde allerdings feiertagsbedingt erneut nicht gehandelt. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial geriet nach der Vorlage der Daten aus China ebenfalls unter Druck. Im Handelsverlauf richten sich die Blicke auf Daten zur Einkaufsmanagerstimmung in der Eurozone.
Die gebeutelten Volkswagen-Vorzugsaktien könnten Händlern zufolge weiter unter Druck geraten. Nach dem Kurseinbruch der vergangenen zwei Tage um mehr als ein Drittel sei zwar eine Erholung denkbar, doch die Nachrichtenlage bleibe negativ, hieß es unter Verweis unter anderem auf drohende Klagen in den USA wegen der Manipulationen bei Diesel-Abgastests.
Beim Broker Lang & Schwarz (L&S) schafften die Titel zwar vorbörslich ein knappes Plus. Doch schon am Vortag hatte die positive Indikation nach dem Handelsstart keinen Bestand und die VW-Vorzüge verloren den zweiten Tag in Folge annähernd 20 Prozent an Wert. Momentan steht vor allem die Frage im Raum, ob Martin Winterkorn an der VW-Spitze bleibt.
Die Aktien der Konkurrenten BMW und Daimler fielen bei L&S vorbörslich um ein gutes Prozent, nachdem sie am Vortag ebenfalls zu den Verlierern gezählt hatten.
Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan strich seine Kaufempfehlung für die VW-Aktie. Im schlimmsten Fall sieht er ein Schadensvolumen von 40 Milliarden Euro auf VW zukommen. Für Tim Rokossa von der Deutschen Bank bietet sich selbst nach den hohen Kursverlusten noch keine Kaufgelegenheit, denn das volle Ausmaß des Skandals dürfte seiner Meinung nach noch länger im Dunkeln liegen.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA074 2015-09-23/08:46