„Auch Wertschöpfung muss passen“
Mit 1,8 Millionen Nächtigungen bzw. 2,8 Prozent Plus zum Stichtag 31. August steuert der Tourismusbezirk Landeck auf einen neuen Sommerrekord zu. Bezirkssprecher erteilt Dumpingpreisen eine klare Absage.
Von Helmut Wenzel
Landeck –Am Ende der vorigen Sommersaison, die etwas verregnet war, durften sich die Vermieter im Bezirk Landeck über 2,2 Millionen Nächtigungen freuen. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die jüngsten Zahlen der Landesstatistik – 1,8 Millionen Nächtigungen von Mai bis zum Stichtag 31. August – lassen laut Wirtschaftskammer einen neuen Sommerrekord erwarten.
Auch das Vorjahresergebnis vom August konnte überboten werden. 798.000 Nächtigungen bedeuten ein Plus von einem Prozent.
In engem Zusammenhang mit stetig steigenden Nächtigungszahlen hat Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), kürzlich allerdings gewarnt: Der Jubel über einen Rekordsommer greife zu kurz, Nächtigungen würden oft zu günstig verkauft. Das bringe zwar viele Gäste, gleichzeitig aber hohe Kosten bei niedrigen Einnahmen und am Ende des Tages Verluste. Alexander von der Thannen, Tourismussprecher für den Bezirk Landeck, sieht das ähnlich. Er hält nichts davon, in Euphorie zu verfallen. „Neben dem statistischen Erfolg zählt vor allem auch die Wertschöpfung“, kommentierte er. Wenn Dumpingpreise gemacht würden, nur um Betten zu füllen, sei das klar abzulehnen.
Preisbeispiele etwa für das Paznaun finden sich auf den Prospekten eines Lebensmitteldiskonters: So hat diesen Sommer ein Drei-Stern-Betrieb drei bzw. vier Nächte (Donnerstag bis Sonntag) inklusive Halbpension und Silvretta Card um 129 Euro angeboten. In Serfaus sind zwei Nächte im Vier-Stern-Betrieb inklusive Super-Sommer-Card um 119 Euro zu haben.
Nächtigungskaiser im Sommer bleibt Serfaus – das Plateaudorf führt das saisonale Ranking zum Stichtag 31. August mit 301.000 Nächtigungen an. Womit die Serfauser ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielten. Dahinter folgen Fiss (242.000 Nächtigungen, plus 17 Prozent), Nauders (148.000, plus 4,5 Prozent), Ischgl (127.500, minus 7,1 Prozent), St. Anton am Arlberg (126.000, plus 19 Prozent), Galtür (117.000, plus 0,7 Prozent) und das Kaunertal (89.000, minus 7,6 Prozent). Das vom Juni-Unwetter schwer betroffene Dorf See im Paznaun kassierte mit 46.500 Nächtigungen ein Minus von 5,9 Prozent.
Kaum vom Fleck bewegt haben sich die Bezirkshauptstadt Landeck und der Nachbar Zams. Die Landecker verbuchen mit 42.000 Nächtigungen ein Plus von 0,9 Prozent, die Zammer mit 43.650 Nächtigungen ein Plus von 0,4 Prozent. Die August-Wertung führt ebenfalls Serfaus an – vor Fiss und Nauders. Dahinter folgen St. Anton am Arlberg, Galtür, Ischgl und Kappl. Starke Zuwächse erzielten Fiss (12,9 Prozent) und St. Anton (13,2 Prozent). Landeck kassierte einen Absturz mit 9,2 Prozent.