Börsencrash in China bremste Börsengänge weltweit - Studie

Wien (APA) - Der Börsencrash in China bremste Börsengänge weltweit: Im dritten Quartal 2015 gingen 192 Unternehmen an die Börse, um 31 Proze...

Wien (APA) - Der Börsencrash in China bremste Börsengänge weltweit: Im dritten Quartal 2015 gingen 192 Unternehmen an die Börse, um 31 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Rückgänge gab es in allen großen Märkten. In China brach die Zahl der Börsengänge auf 26 ein, im zweiten Quartal waren es noch 139 gewesen, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Beraters EY hervor.

Das Emissionsvolumen weltweit fiel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 73 Prozent von 67 Mrd. Dollar auf knapp 18 Mrd. Dollar (15,8 Mrd. Euro).

Der Absturz an den chinesischen Börsen habe weltweit die Investoren verunsichert, so Gerhard Schwartz, Partner und Leiter des Assurance-Bereichs bei EY Österreich laut Pressemitteilung. Die gestiegene Volatilität habe zahlreiche Börsen-Kandidaten veranlasst, ihre IPO-Pläne vorerst zu verschieben und einen Verkauf oder Beteiligung strategischer Investoren vermehrt parallel zu verfolgen. Inzwischen habe sich die Lage etwas beruhigt - nach wie vor sei aber unklar, wie es um die chinesische Konjunktur tatsächlich bestellt sei. „Ein gewisses Risiko bleibt, es spricht aber einiges dafür, dass sich der weltweite IPO-Markt in den kommenden Monaten spürbar erholen wird“, so Schwartz.

In den USA fiel die Zahl der Börsengänge in dritten Quartal um 48 Prozent auf 32 Unternehmen, der Wert um 88 Prozent von 42 Mrd. Dollar auf knapp 5 Mrd. Dollar.

In Europa wagten im dritten Quartal 29 Unternehmen den Gang an die Börse, um gut ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum mit 44 IPOs (Initial Public Offerings). Das Volumen schrumpfte um 54 Prozent auf 3 Mrd. Dollar. Im starken zweiten Quartal 2015 hatte es in Europa noch 89 Börsengänge mit einem Gesamtwert von 16 Mrd. Dollar gegeben.

Schwach entwickelte sich in dritten Quartal vor allem London mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 24 auf 6 IPOs. Am stärksten war laut EY der deutsche Markt: Drei Börsengänge brachten insgesamt 1,8 Mrd. Dollar ein. Die IPOs der Deutschen Pfandbriefbank und von ADO Properties waren mit 1,281 Mrd. Dollar bzw. 450 Mio. Dollar der weltweit zweit- bzw. zehntgrößte Börsengang.

Größter Börsengang des dritten Quartals war die Erstnotiz des chinesischen Bahninfrastrukturunternehmens China Railway Signal & Communications Corp. mit 1,5 Mrd. Dollar, gefolgt von der Deutschen Pfandbriefbank (1,28 Mrd. Dollar) und dem US-Tierfutterproduzenten Blue Buffalo Pet Products (778 Mio. Dollar), geht aus dem aktuellen IPO-Barometer des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor.

In Österreich indes ist die Börsenstimmung schon seit längerem gedrückt. „Über die letzten Jahre hinweg war die Decke für mögliche IPOs sehr dünn“, sagte Schwartz zur APA. Im Gegensatz dazu stehe in Deutschland eine große Anzahl kleinerer und mittlerer Unternehmen in den Startlöchern. „Auf Basis der derzeitigen Marktlage gehe ich bis zum Ende des ersten Quartals 2016 von keinem Börsengang in Österreich aus“, so Schwartz.