Börse Frankfurt fester im Frühhandel, DAX gewinnt 0,72 Prozent
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat sich am Mittwoch etwas vom Kursrutsch des Vortags erholt. Konjunktursorgen nach schwachen Stim...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat sich am Mittwoch etwas vom Kursrutsch des Vortags erholt. Konjunktursorgen nach schwachen Stimmungsdaten aus China sorgten allerdings dafür, dass die Euphorie nicht überhandnahm. Zudem überschattet weiterhin der Abgas-Skandal bei VW das Börsengeschehen in Deutschland. Etwas erfreulicher fielen indes Konjunkturdaten aus der Eurozone aus.
Nach einem holprigen Start konnte sich der deutsche Leitindex etwas nach oben absetzen: Zuletzt stand das Börsenbarometer 0,72 Prozent im Plus bei 9.639,97 Punkten. Am Vortag hatte der DAX im Sog des erneuten Absturzes von VW knapp 4 Prozent eingebüßt und auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Jänner geschlossen.
Schwache Wirtschaftsdaten aus China schürten jedoch einmal mehr die Ängste der Anleger über eine global nachlassende Konjunkturdynamik. An den Börsen der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft ging es teils deutlich nach unten, nachdem die dortige Wirtschaftsstimmung auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen war. Auch die anderen asiatischen Handelsplätze erlitten überwiegend Verluste - in Japan wurde feiertagsbedingt erneut nicht gehandelt.
Von Wirtschaftsdaten aus der Eurozone kam zumindest kein Gegenwind für die Börsen: Die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone blieben zwar geringfügig unter den Erwartungen, signalisierten aber mit Werten von über 50 Punkten ein Wachstum.
Im Fokus stand weiter der VW-Skandal um manipulierte Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen. Die Vorzugsaktien des Wolfsburger Autobauers stabilisierten sich allerdings zuletzt etwas und gewannen 0,80 Prozent auf 106,85 Euro. Der Kurssturz der vergangenen zwei Tage hat sie bereits über ein Drittel ihres Werts gekostet. Von Experten kam keine Entwarnung: Die Nachrichtenlage bleibe negativ, sagten Händler und verwiesen unter anderem auf drohende Klagen in den USA. Momentan steht vor allem die Frage im Raum, ob Martin Winterkorn an der Konzernspitze bleibt.
Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan strich seine Kaufempfehlung für die VW-Aktie und sieht im schlimmsten Fall ein Schadensvolumen von 40 Milliarden Euro auf VW zukommen. Für Tim Rokossa von der Deutschen Bank bietet sich selbst nach den hohen Kursverlusten noch keine Kaufgelegenheit, denn das volle Ausmaß des Skandals dürfte seiner Meinung nach noch länger im Dunkeln liegen. Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler hält sogar einen Rutsch der Aktie unter 90 Euro für möglich.
Etwas erholt zeigten sich auch die Papiere der Konkurrenten aus München und Stuttgart, die am Vortag ebenfalls zu den Verlierern gezählt hatten: BMW und Daimler verteuerten sich um 0,62 beziehungsweise 0,21 Prozent. Die Titel der Autozulieferer legten ebenfalls wieder den Vorwärtsgang ein. Für ElringKlinger ging es an der MDax-Spitze um 6,50 Prozent hoch.
Die jüngst gebeutelten Anteilsscheine der Energiekonzerne konnten ebenfalls etwas Boden gut machen: Für RWE und Eon ging es um 2,70 bzw. 2,20 Prozent hoch.
Bester Wert im DAX waren aber die Lufthansa-Aktien, die um 3,32 Prozent zulegten. Die Fluggesellschaft profitiert mit niedrigeren Treibstoffkosten davon, dass die Ölpreise nach den schwachen Konjunkturdaten aus China zurückgingen.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA150 2015-09-23/10:47