Flüchtlinge - Rotes Kreuz Wien: „Wir schaffen das“ 1

Wien (APA) - Tausende Flüchtlinge auf Durchreise und doch auch einige, wenn auch längst nicht sehr viele Menschen, die in Wien um Asyl ansuc...

Wien (APA) - Tausende Flüchtlinge auf Durchreise und doch auch einige, wenn auch längst nicht sehr viele Menschen, die in Wien um Asyl ansuchen, sind neben einer humanitären auch eine organisatorische Herausforderung. Doch: „Wir schaffen das. Wir haben keine Kapazitätsengpässe“, sagten jetzt der Präsident des Wiener Roten Kreuzes, Reinhard Krepler, und WRK-Landesrettungskommandant Karl-Dieter Brückner.

Bei den vielen Hilfesuchenden, die vor allem mit stark schwankender Frequenz derzeit täglich an Österreichs Grenzen ankommen, sind jedenfalls alle Versorgungsebenen gefordert. Doch das lässt sich professionell managen, speziell in der Bundeshauptstadt, die seit Wochen Österreich-Brennpunkt der Ereignisse ist. Krepler sagte gegenüber der APA: „Wien ist in der glücklichen Lage mit dem Flüchtlingskoordinator Peter Hacker vom Fonds Soziales Wien (FSW; Anm.) und seinem Team eine einzige Koordinierungsstelle zu haben. Dort laufen alle Informationen zusammen, von dort kann laufend auf den Bedarf reagiert werden. Die Informationsleitstelle ist bei der Wiener Berufsrettung angesiedelt. Wir haben genug Platz. Gemeinsam mit der Gemeinde Wien, den übrigen Hilfsorganisationen wie Arbeiter-Samariter-Bund, Johannitern, Maltesern, Volkshilfe, Caritas, Diakonie, Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) sowie der Freiwilligen-Organisation am Hauptbahnhof und anderen Helfern konnte ein gefestigtes und funktionierendes System geschaffen werden.“

Hinzu kommt eine enorm wichtige Komponente - die Hilfsbereitschaft der Wiener. Krepler, seit Kurzem Präsident des Wiener Roten Kreuzes, davor viele Jahre Direktor des Wiener AKH: „Wir erleben als Wiener Rotes Kreuz eine gigantische Welle der Hilfsbereitschaft der Wiener Bevölkerung. Gemeinsam schaffen wir das - auch über eine längere Zeit hinweg.“

An Möglichkeiten, kurzfristig Flüchtlinge aus den ärmsten und von Kriegen und Bürgerkriegen am ärgsten betroffenen Ländern der Welt in der Bundeshauptstadt unterzubringen, mangelt es keinesfalls. „In Wien gibt es rund 6.000 Plätze. Wir können das - gemeinsam mit der Gemeinde Wien und den übrigen Hilfsorganisationen - jeweils schnell an den Bedarf anpassen“, betonte Krepler.

Karl-Dieter Brückner, Landesrettungskommandant des WRK: „Wir selbst betreuen hier Unterkünfte für derzeit rund 2.100 Flüchtlinge. Das sind zunächst Menschen auf der Flucht, die kurzfristig versorgt werden müssen. Hinzu kommt noch das ‚Blaue Haus‘ am Westbahnhof, das von allen Hilfsorganisationen abwechselnd betreut wird. Das System und dessen Funktionieren hat sich in den vergangenen Wochen etabliert. Alle Wiener Hilfsorganisationen und die offiziellen Wiener Stellen arbeiten koordiniert.“ Ausreichend Pufferkapazitäten seien vorhanden.