Flüchtlinge - Rotes 2 - Kurzfrist-, Mittelfrist-, Langfristversorgung

Wien (APA) - Es geht um drei verschiedene Versorgungsebenen und -Anforderungen für Flüchtlinge, die nach Wien bzw. nach Österreich kommen: A...

Wien (APA) - Es geht um drei verschiedene Versorgungsebenen und -Anforderungen für Flüchtlinge, die nach Wien bzw. nach Österreich kommen: Akutversorgung bis zur angestrebten Weiterfahrt in Richtung Deutschland, mittelfristige Versorgung über drei bis vier Tage hinweg bis zur Weiterleitung innerhalb der EU und möglichst sofortige Aufnahme und Begleitung von Menschen, die in Österreich um Asyl ansuchen.

Der Wiener RK-Landesrettungskommandant Karl-Dieter Brückner: „Etwas weniger als die Hälfte der in Wien derzeit vorhandenen 6.000 Plätze, die je nach Bedarf vorhanden sind, sind für die ganz kurzfristige Versorgung gedacht. Etwas mehr als die Hälfte gibt es für die mittelfristige Versorgung.“

Hier wird derzeit auch ein Projekt aufgebaut, das schon kommende Woche in Betrieb gehen wird. WRK-Präsident Reinhard Krepler: „Wir bauen gerade in der Lindengasse in Wien-Neubau im alten ‚Kurier-Komplex‘, den uns Raiffeisen kostenlos als Bittleihe überlässt, ein Versorgungszentrum für die mittelfristige Betreuung von Flüchtlingen auf. Die Pfarre daneben hat schon Flüchtlinge aufgenommen, die sollen in das neue Zentrum übersiedeln. Dafür dürfen wir Räumlichkeiten der Pfarre für Deutschkurse etc. benutzen. Es ist besonders wichtig, den Menschen möglichst schnell Integrationsangebote zu machen.“

Kaum begreifbar erscheinen den professionellen Helfern in der österreichischen Öffentlichkeit immer wieder auftauchende Ängste, wonach das Land mit seinen Unterstützungsangeboten überfordert sein könnte.“In Wien haben wir 1.200 hauptamtliche und 2.000 ehrenamtliche Mitarbeiter“, sagte Bruckner. „Unsere Organisation reicht vom Jugendrotkreuz bis zur Versorgung von Pflegepatienten. Wir haben top ausgebildete Mitarbeiter und auch viele, viele freiwillige Helfer, die jetzt zu uns kommen. Das funktioniert auch sehr gut über das Team Österreich mit Rotem Kreuz und Ö3.“

Und schließlich sind da jene Flüchtlinge, die in Österreich einen Asylantrag stellen. „Es ist interessant“, so WRK-Präsident Krepler, „rund 10.000 dieser Menschen waren schon vor der derzeitigen Akutsituation in Wien untergebracht. Und keiner hat es bemerkt. Im Gegensatz zu Städten wie Paris haben wir es schon bisher geschafft, diese Menschen nach ihrem Asylantrag in möglichst kleinen Einheiten unterzubringen. Dadurch sind keine ‚Asylantenquartiere‘ entstanden, und die Integration hat ganz leicht stattfinden können.“ Genau diesen Weg wollen die Helfer weiter beschreiten.

Der Wiener Landesrettungskommandant Brückner nannte dazu noch einen weiteren Aspekt: „Wir sollten uns auch bei den Familien der vielen Tausend Helfer in Wien bedanken. Sie halten ihnen den Rücken frei.“

(S E R V I C E: Am Wochenende gibt es ein Benefizkonzert für das Rote Kreuz und Menschen in Not des Orchesters Wiener Akademie unter Martin Haselböck/27. September, 11.00 Uhr, in den Redoutensälen der Wiener Hofburg mit Beethovens 9. Symphonie erstmals am Schauplatz der Erstaufführung - Karten via www.jeunesse.at)