Container für die Kleinsten
Mehr Kinder als Platz: Eine Kindergartengruppe in Reutte wurde im Container untergebracht.
Von Helmut Mittermayr
Reutte –Mehrere Optionen wie zum Beispiel eine Unterbringung in der Volksschule Reutte hatte die Marktgemeinde geprüft, weil durch die hohe Zahl der Kindergartenkinder eine zehnte Gruppe notwendig geworden war – in den drei Kindergärten aber nur Platz für neun vorhanden ist. Schließlich entschied sich die Gemeindeführung für die Aufstellung eines Containers beim Kindergarten Dengelstraße. Der Kubus wurde direkt an den bestehenden Kindergarten angedockt. „Im Inneren merkt man gar nicht, dass man sich in einem Container befindet“, erklärte BM Alois Oberer in der Gemeinderatssitzung und ließ ein Foto des Provisoriums auf der Leinwand einspielen.
Im Zuge der Sitzung stimmten die Gemeinderäte auch über eine Resolution zum Thema Steuergerechtigkeit beim Finanzausgleich ab, die VP-Nationalrätin GR Elisabeth Pfurtscheller in das Reuttener Marktparlament eingebracht hatte. Die Politikerin erläuterte den Hintergrund – vereinfacht gesagt seien Bürger kleinerer Gemeinden dem Staat weniger wert als jene von größeren. Wien habe beispielsweise 1,7 Millionen Einwohner, erhalte aber Gemeindeertragsanteile für vier Millionen Menschen. Der Schlüssel sei veraltet und stamme aus einer Zeit, in der Städte überbordend mehr an Infrastruktur zur Verfügung zu stellen hatten als kleinere Orte. Gerade die Entwicklung im ländlichen Raum mache es nun notwendig, den Verteilungsschlüssel zu ändern, regte Pfurtscheller an. Die weiteren 16 Gemeinderäte inklusive Bürgermeister Alois Oberer waren gleicher Meinung und unterstützten die Petition an das Parlament einstimmig. (hm)