Tannheimer Tal erhielt neuen „Grenzübergang“
Für den Fall, dass sich die Flüchtlingsthematik zuspitzt, hat die Polizei zwei Bedarfskontrollstellen eingerichtet – in Grän und Musau.
Von Simone Tschol
Grän –Für Verwirrung und jede Menge verwunderte Gesichter sorgt ein Schild im Tannheimer Tal. In Haldensee, direkt an der Hauptstraße, wurde vergangene Woche eine Tafel mit der Aufschrift „Republik Österreich – Grenzübergangsstelle“ aufgestellt. „Ja wohn’ ich jetzt nicht mehr in Österreich?“, fragte sich ein Tannheimer. „Da kann es sich doch nur um einen Scherz handeln“, meinte ein anderer. Weit gefehlt: Denn obwohl der Grenzübergang ins benachbarte Deutschland im Engetal sechs Kilometer bzw. jener am Oberjoch zehn Kilometer entfernt ist, wird, wenn nötig, in Grän kontrolliert. „Um nicht an zwei Grenzen kontrollieren zu müssen, machen wir es dort, wo die beiden Straßen zusammentreffen. Die Tafeln wurden bereits aufgestellt, weil es rechtlich notwendig ist, die Grenzkontrollen anzukündigen“, meint Bezirkspolizeikommandant Egon Lorenz und fügt hinzu: „Wir führen derzeit aber noch keine Grenzkontrollen durch.“ Jedoch sei im Tannheimer Tal sowie an der Kontrollstelle Musau eine so genannte Bedarfskontrollstelle eingerichtet worden für den Fall, dass sich die Flüchtlingsthematik auch im Außerfern zuspitzt.
„Aber selbst wenn, dann braucht sich selbstverständlich ein Tannheimer bei einer Fahrt nach Reutte oder retour nicht ausweisen. Auch Fahrzeugkontrollen werden nicht in größerem Ausmaß durchgeführt als bisher“, beruhigt Lorenz. Die Kontrollen würden vor allem Lenkern mit ausländischem Kennzeichen gelten. „Um eventuelle Schlepper abzufangen, sei die Zusammenarbeit mit den Beamten des Bezirkes Imst intensiviert worden. „Aber wenn man die Flüchtlinge mit dem Zug quer durchs Land schafft so wie jetzt, macht es wenig Sinn, verstärkt zu kontrollieren“, meint Lorenz.