Putin verurteilte bei Moschee-Eröffnung den „Islamischen Staat“
Russlands Präsident sprach von einer „Entstellung des Islam“ durch die Terrorgruppe. Russland unterstützt Syriens Präsidenten Bashar al-Assad im Kampf gegen die Miliz.
Moskau/Damaskus – Russlands Präsident Wladimir Putin hat zur Eröffnung einer der größten Moscheen Russlands die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ scharf verurteilt. Die Ideologie des IS sei „auf Lügen und einer offenen Entstellung des Islams gebaut“, sagte Putin am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge.
Der IS kompromittiere die große Weltreligion, indem er Hass säe, Menschen töte und kulturelle Denkmäler zerstöre. Die Regierung werde die russischen Muslime immer unterstützen, betonte er.
Die Kathedral-Moschee im Norden von Moskau bietet Platz für bis zu 10.000 Gläubige. Sie steht am Ort der Moschee von 1904, die 2011 wegen Baufälligkeit abgerissen worden war.
Kampf gegen IS für Russland „Frage nationaler Sicherheit“
Russland verteidigte am Mittwoch seine Militärhilfe für Syrien als Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus. „Wir helfen jenen, die gegen den Islamischen Staat kämpfen“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Moskau. „Das ist für uns eine Frage der nationalen Sicherheit“, betonte sie.
Russland versorgt das Regime des umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad mit Waffen und schließt auch einen Kampfeinsatz in Syrien nicht aus. Der Westen sieht dies kritisch. Kremlsprecher Dmitri Peskow bekräftigte, dass Russland nicht mit den USA über einen Regimewechsel in Syrien verhandle.
Syrische Luftwaffe attackiert IS in Palmyra
Die syrische Luftwaffe hat ihre Angriffe auf Stellungen der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in der Stadt Palmyra verstärkt. Wie die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Mittwoch mitteilte, wurden bei den Attacken in den vergangenen Tagen mehr als hundert Menschen getötet, darunter auch mehr als 30 Zivilisten.
Allein am Dienstag seien mindestens zwölf Zivilisten und 20 IS-Kämpfer getötet worden. Kampfjets und Hubschrauber hätten Fassbomben abgeworfen und Raketen abgefeuert. Die Ausweitung der Angriffe auf Ziele in Palmyra steht in engem zeitlichem Zusammenhang mit der verstärkten Lieferung russischer Waffen an Syrien in jüngster Zeit. Die Angaben der Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien, die sich auf ein Netzwerk von Informanten im Bürgerkriegsland Syrien stützt, können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. (tt.com/APA/AFP/dpa)