Schul-Akt wandert ans Gericht
Im Streit um die Schauspielschule Innsbruck soll es nun Klagen und Anzeigen geben.
Innsbruck –Da eine Schauspielschule ohne Schüler, dort ein neuer Schauspiel-Verein ohne Finanzierung. Wie berichtet gehen rund um die 1994 gegründete Schauspielschule Innsbruck die Wogen hoch. 22 der insgesamt 29 Schüler sowie 14 Lehrer sind in Streik getreten, nachdem Schulleiterin Lore Mühlburger Schüler suspendiert und Verträge mit Lehrkräften – unter ihnen Co-Leiter Frank Röder – im März aufgelöst hatte.
Um den 22 Schauspieleleven, die jährlich 3750 Euro an Schulgebühren entrichten, einen Abschluss zu ermöglichen, wurde der neue Verein gegründet. Dieser lud am Mittwoch gemeinsam mit Schülern, Eltern- und Lehrervertretern zu einer Pressekonferenz. Das Ganze sei eine Schmierenkomödie, wenn die Situation nicht so tragisch wäre, so der Grundtenor. Die Stadt Innsbruck möge den Fall noch einmal prüfen, forderte Elternvertreter Christian Masten. Trotz des massiven Verlusts von Schülern überwies die Stadt unlängst die dritte Rate in Höhe von 4250 Euro Subvention an die private Schauspielschule. Die Förderanträge des neuen Vereins wurden hingegen abgewiesen. Dass dieser dennoch vom Land Tirol finanziert werden könnte, verneinte der Leiter der Landeskulturabteilung Thomas Juen auf Nachfrage der TT. Auch wenn Juen einräumte, dem Elternvertreter empfohlen zu haben, einen eigenen Verein zu gründen. Einen solchen brauche es, um überhaupt um Fördergelder ansuchen zu können, erläuterte Juen. Da die Stadt aber den Antrag des neuen Vereins abgelehnt habe, werde auch das Land diesen nicht finanzieren. Subventionen würden grundsätzlich „subsidiär zu den Gemeinden“ vergeben. Gestoppt hat das Land vorerst aber auch die Auszahlung der zweiten Rate von jährlich 50.000 Euro Subvention an die Schauspielschule Innsbruck. „Es fehlen noch Unterlagen, insbesondere Lehrer- und Schülerlisten“, so der Leiter der Landeskulturabteilung.
Elternvertreter Masten will indes Anzeige gegen das Kulturreferat der Stadt Innsbruck wegen Amtsunterlassung erstatten, die Prüfmechanismen hätten versagt. „Die Schulleitung hat sich rechtlich nichts zuschulden kommen lassen“, sagt hingegen Maria-Luise Mayr vom Kulturamt der Stadt Innsbruck nach eingehender Prüfung des Aktes, der mittlerweile „5 Kilo schwer“ sei. Der Unterricht habe nachweislich stattgefunden, „zumindest acht Schüler“ hätten bis zuletzt daran teilgenommen.
Wegen Nichteinhaltung der Vereinsstatuten hat Masten indes Klage gegen Mühlburger eingebracht. Eine von den Schülern geforderte Generalversammlung wurde von Mühlburger, der Obfrau des Trägervereins, nicht einberufen. „Der Antrag war nicht korrekt“, so Mühlburger, die Vorwürfe der Schüler, sie habe Grenzen überschritten und „Psychoterror“ betrieben, erneut zurückwies. Die Schauspielschule Innsbruck werde am 3. Oktober regulär öffnen, wie viele Schüler kommen, könne sie derzeit nicht sagen.
Von den gut ein Dutzend bei der Pressekonferenz anwesenden Schülern wird dem Vernehmen nach jedenfalls keiner mit dabei sein. (sire)