Coface sieht höhere Zahlungsausfallsrisiken in Schwellenländern

Wien (APA) - Der Kreditversicherer Coface sieht die Schwellenländer infolge des Beinahezusammenbruchs der chinesischen Aktienmärkte und der ...

Wien (APA) - Der Kreditversicherer Coface sieht die Schwellenländer infolge des Beinahezusammenbruchs der chinesischen Aktienmärkte und der schwächelnden Rohstoffpreise in argen Turbulenzen. Zahlreiche größere Länder sind dabei, in die Rezession zu schlittern. Coface hat daher mehrere Länder abgewertet, was die Zahlungsausfallswahrscheinlichkeit betrifft.

Malaysia wurde von Coface auf die negative Watchlist gesetzt, die Bewertung liegt derzeit bei A2. Das Land sei stark von der Auslandsnachfrage abhängig und leide unter der Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft, so der Kreditversicherer am Mittwoch in einer Aussendung. Die hohe Verschuldung von Staat und Privaten sei ein weiteres Risiko.

Auch Armenien befindet sich nun, unter anderem wegen der finanziellen Abhängigkeit von Russland, mit der Bewertung C auf der Negativliste. Tunesien wurde bereits im März von der positiven Watchlist (B) genommen; die Wirtschaft des Landes wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schrumpfen.

In Lateinamerika hat Coface vier Länder herabgestuft: Brasilien und Ecuador, bereits seit März auf der negativen Watchlist, wurden nun auf B bzw. C abgewertet. Die Bewertung von Chile sowie Trinidad und Tobago verschlechterte sich ebenfalls auf A3 bzw. A4. Coface sagt Lateinamerika heuer eine Rezession (-0,2 Prozent) voraus.

Die Coface-Noten spiegeln die Fähigkeit der Unternehmen eines Landes wider, Zahlungen rechtzeitig zu leisten. Zur Bewertung werden sieben Kategorien herangezogen. A1 bis A4 bedeutet geringes Risiko und stabiles Zahlungsverhalten, B, C und D stehen für mittleres bis hohes Risiko.