Landesrechnungshof prüft Maders Tiwag-Pension
Die Verkaufsverhandlungen für das Technikerhaus, in dem Ex-VP-Politiker Helmut Mader ein Gratis-Wohnrecht besitzt, sollen vor Abschluss stehen.
Innsbruck – Zuletzt war die Nervosität in der ÖVP groß. Sie befürchtete, dass in der Affäre Mader noch etwas nachkommt. Und gestern ging der Landesenergieversorger Tiwag an die Öffentlichkeit. Es geht um die Betriebspension für den aus der ÖVP ausgetretenen ehemaligen Landeshauptmannstellvertreter und Landtagspräsidenten. Als er 1989 Regierungsmitglied wurde, erfolgte die einvernehmliche Auflösung seines Dienstverhältnisses mit der Tiwag. Der damalige Tiwag-Vorstand hatte dies mit Mader vereinbart, aber nicht nur das.
Mader trat 1961 in die Tiwag ein, nach 25 Jahren hatte er Anspruch auf eine Firmenpension erworben. Aber trotz seines endgültigen Ausscheidens hat man ihm die Pension „auf Basis eines Prozentsatzes seines damaligen Letztbezuges“ gewährt, wie die Tiwag mitteilt.
Dieser Betrag wurde ab 1989 valorisiert und erhöhte sich dementsprechend. 1998 hat die Tiwag die Pensionsanwartschaften ihrer aktiven Dienstnehmer auf eine Pensionskasse übertragen, Maders Pension war ebenfalls dabei. 2007 kam sie erstmals zur Auszahlung. Insgesamt hat die Tiwag dem aus dem Unternehmen ausgeschiedenen Ex- Zentralbetriebsrat damit nicht nur eine Firmenpension gewährt, sondern diese bis zur Auszahlung 18 Jahre lang auch wertgesichert.
Die ÖVP wählte nach dieser Aussendung der Tiwag die Vorwärtsstrategie. Klubchef Jakob Wolf will, dass in der Sonderprüfung durch den Landesrechnungshof Maders Anspruch auf eine Firmenpension und deren Zustandekommen ebenfalls durchleuchtet werden. „Es muss in dieser Angelegenheit alles offengelegt und auch eventuelle Verantwortlichkeiten geklärt werden“, erklärt Wolf. Transparenz und Aufklärung würden auch für die Firmenpension Maders gelten. Angesichts der Debatte über Gehälter und Bonuszahlungen für die Vorstände in der Tiwag soll LH Günther Platter (VP) über Maders Privilegien beim Energieversorger nicht erfreut sein.
Rund um Helmut Maders Gratis-Wohnrecht im ehemaligen Schülerheim Technikerhaus in Innsbruck, das ihm 2009 vom Verein Technikerhaus eingeräumt wurde – Mader war bis 2013 selbst Obmann des Vereins –, ist jetzt die Staatsanwaltschaft aktiv geworden. Laut Kurier prüft sie den Verdacht der Untreue beim unentgeltlichen Wohnrecht sowie beim Verkauf des Technikerhauses an die Immobiliengesellschaft Kubus im Jahr 2010 um 2,5 Mio. Euro. Die Eigentümer standen schließlich in enger Verbindung mit dem Verein Technikerhaus, zwei Geschäftsführer gehören wie Mader der Mittelschulverbindung Ambronia an.
Mit einer Baugesellschaft, der Centralbau, schlitterten die Kubus-Gesellschafter in den Konkurs. Die Centralbau-Gläubiger haben Forderungen von 10,4 Millionen Euro angemeldet, die Tiroler Sparkasse ist mit 7,965 Mio. Euro Hauptgläubigerin. Auf dem Technikerhaus lasten Pfandrechte von einer Million Euro sowie ein Kredit über 3,1 Mio. Euro. Das Gebäude wurde auch für diverse Bauprojekte der Schwesterfirma Centralbau verpfändet. Das wird von der Sparkasse jetzt geltend gemacht. In der Bilanz 2013 weist die Kubus allerdings selbst Verbindlichkeiten von 4,2 Mio. Euro auf.
Das Technikerhaus dürfte deshalb verkauft werden, die Verhandlungen sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Inoffiziell ist von einem Kaufangebot in Höhe von 4,8 Millionen Euro die Rede. Die mögliche Wertsteigerung um 2,3 Mio. Euro samt Maders Wohnrecht auf Lebenszeit heizt ebenfalls die Gerüchteküche an. (pn)