Gerichtssplitter

Metro zum Selbstbedienungsladen gemacht

Der Leiharbeiter hatte aus dem Metro nicht weniger als 1680 Red-Bull-Dosen gestohlen und diese nach Deutschland verkauft.Foto: Zenhäusern
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Wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls musste sich gestern ein Leiharbeiter am Landesgericht verantworten, der 2014 der Tiefkühlabteilung ...

Wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls musste sich gestern ein Leiharbeiter am Landesgericht verantworten, der 2014 der Tiefkühlabteilung des Metro in Rum zugeteilt war. Doch schon bald fiel auf, dass der 36-Jährige auch durch die anderen Abteilungen schlenderte. Zeitgleich häufte sich unerklärlicher Schwund. So fehlte plötzlich ein Stapel Tommy-Hilfiger-Leibchen, dazu Spirituosen. Der Sicherheitsdienst observierte den Leiharbeiter fortan und beobachtete, wie dieser wahllos Getränke konsumierte. Nach Befragung kam für das Metro allerdings Diebstahl in ganz anderer Dimension zu Tage. So hatte der 36-Jährige unbemerkt nicht nur 30 Flaschen Whisky und zehn Flaschen Wodka, sondern auch 70 Boxen Red-Bull – macht 1680 Dosen – gestohlen. Die Dosen hatte er für 500 Euro einem Bekannten für den Verkauf in Deutschland weitergegeben. Für Schwester und Bruder stahl der Unterländer zudem gezielt Bekleidung in den jeweils passenden Größen. 12.783 Euro Schaden machte Metro geltend, 7000 Euro hielt Richterin Helga Moser letztlich für zweifelsfrei erwiesen. Die muss der Verurteilte nun zurückzahlen. Dazu kommen fünf Monate bedingte Haft und – ganz der Dosenanzahl entsprechend – 1680 Euro Geldstrafe.

Satte 3600 Euro Geldstrafe fasste hingegen ein Ötztaler aus, der im Dezember meinte, dass Falschaussage und Verleumdung Kavaliersdelikte seien. Hatte er sich doch erst über einen Türsteher geärgert, der ihn vom Eingang verwiesen hatte und diesen wenig später mit blutiger Lippe wegen Körperverletzung bei der Polizei angezeigt. Dumm nur, dass der Türsteher aufgrund räumlicher Trennung keinen Schlag gesetzt haben konnte und der Verurteilte laut Zeugen anfangs komplett unverletzt war. Diese hatten zudem beobachtet, wie sich der Alkoholisierte an der Bar später selbst die Lippen blutig gebissen hatte.

Falschaussage stand gestern auch bei einem Drogenprozess im Raum. 300 Gramm Cannabis sollten zwei Nordafrikaner unter dem Bett eines Tirolers gebunkert haben. 50 Gramm davon sollten täglich wieder in den Verkehr gesetzt werden. Ob Polizisten diese Angaben dem Tiroler tatsächlich in den Mund gelegt hatten wird nun per Zeugenladungen geklärt. (fell)