Deutsche Bankenverbände empfehlen Überziehungswarnung
Berlin/Wien (APA/dpa) - Wer in Deutschland über mehr als drei Monate seinen Überziehungsrahmen um mehr als die Hälfte ausschöpft, bekommt wo...
Berlin/Wien (APA/dpa) - Wer in Deutschland über mehr als drei Monate seinen Überziehungsrahmen um mehr als die Hälfte ausschöpft, bekommt wohl bald einen Warnhinweis von der Bank. Das folgt aus einer Empfehlung an die Institute, die die Deutsche Kreditwirtschaft am Mittwoch verbreitete. Der Hinweis soll den Zinssatz nennen und auf mögliche weitere Zinskosten aufmerksam machen.
Die Empfehlung soll voraussichtlich im März zeitgleich mit neuen gesetzlichen Vorgaben greifen. Nach dem Entwurf der deutschen Regierung, der am Freitag im Bundestag beraten wird, müssen Banken eine Beratung anbieten, wenn ein Kunde seinen Überziehungsrahmen ein halbes Jahr lang zu durchschnittlich mehr als 75 Prozent ausschöpft.
Österreichische Konsumentenschützer sehen eine solche verpflichtende Beratung skeptisch. Es sei zweifelhaft, ob es helfe, den Kunden „in die Bank zu zwingen“, sagte Thomas Hirmke, Rechtsexperte vom Verein für Konsumenteninformation (VKI), zur APA. Dem Warnhinweis, den die deutschen Banken empfehlen, steht Hirmke dagegen positiv gegenüber. Allerdings reichte dieser nicht aus; die Überziehungszinsen müssten endlich gesenkt werden. „Die Kontoüberziehungszinsen sind im Vergleich zu dem, was im Haben-Bereich gezahlt wird, zum Teil horrend“, so Hirmke.
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