Chinas Präsident Xi Jinping setzt seinen Besuch in den USA fort

Seattle (APA/dpa/AFP) - China will im Kampf gegen Cyberkriminalität mit den USA zusammenarbeiten. „Die chinesische Regierung wird in keiner ...

Seattle (APA/dpa/AFP) - China will im Kampf gegen Cyberkriminalität mit den USA zusammenarbeiten. „Die chinesische Regierung wird in keiner Form kommerziellen Diebstahl unterstützen. Das Hacken von Regierungsnetzwerken ist ein Verbrechen, das in Übereinstimmung mit Recht und internationalen Verträgen bestraft werden muss“, sagte Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Seattle.

Xi hielt an der Westküste eine Rede vor 750 Geschäftsleuten und Offiziellen aus den USA und China. Er sagte, sein Land sei bereit, mit den USA ein ständiges Dialogforum zum Thema Cybersicherheit einzurichten. Xi ist zum ersten Mal als Präsident in den USA.

Die Beziehungen zwischen Washington und Peking sind nach massiven Angriffen von mutmaßlich chinesischen Hackern angespannt. Das Thema belastet Xis achttägigen USA-Besuch. Der Präsident wird am Freitag im Weißen Haus erwartet.

Am Dienstag hatte ein Berater von US-Präsident Barack Obamas gesagt, man werde „sehr robust“ über dieses Thema diskutieren.

Xi war in seiner Rede ersichtlich um Freundlichkeit bemüht und vermied jegliche Vorwürfe. „Wir wollen mehr Verständnis und Vertrauen sehen, weniger Entfremdung und Verdächtigung, um Missverständnissen und falsche Berechnungen zuvorzukommen“, sagte er.

Vor dem Hintergrund der jüngsten, schweren Turbulenzen am Aktienmarkt verteidigte Xi die Eingriffe der chinesischen Regierung. Sie seien nötig gewesen, um eine Massenpanik zu verhindern, sagte Xi. Chinas Wirtschaft arbeite innerhalb normaler Parameter.

Der Besuch in Seattle soll Chinas starke Beziehungen zu den Hightech-Schmieden der US-Westküste untermauern. Geplant ist neben der Besichtigung eines Werks des Flugzeugbauers Boeing auch ein Treffen mit Vertretern von Apple, Facebook, Google, IBM und Uber.

Zum Auftakt des USA-Besuchs von Präsident Xi bestellte China 300 Flugzeuge beim Flugzeugbauer Boeing. Eine Gruppe chinesischer Unternehmen habe das Abkommen unterzeichnet, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch mit der Ortsmarke Seattle.

Die staatliche Commercial Aircraft Corporation of China (Comac) habe zudem mit Boeing vereinbart, ein Endmontage-Werk für 737-Maschinen in China zu errichten. Weitere Einzelheiten nannte Xinhua dazu nicht. Der Finanznachrichtendienst Shanghai Zhengquan Bao hatte bereits am Dienstag berichtet, Boeing wolle dies Werk in Zhoushan in der östlichen Provinz Zhejiang bauen.

Konkurrent Airbus baut schon seit 2008 Mittelstrecken-Flugzeuge vom Typ A320 in Tianjin im Norden des Landes zusammen. Ein Endmontagewerk für den A330 soll folgen.

~ ISIN US0970231058 WEB http://www.boeing.com/ ~ APA406 2015-09-23/15:07