Coups bei Tiroler Geldtransporterfirma: Prozess kommende Woche

Innsbruck (APA) - Zwei spektakuläre Coups bei einer Tiroler Geldtransporterfirma im Jahr 2014 werden kommenden Freitag (2. Oktober) am Innsb...

Innsbruck (APA) - Zwei spektakuläre Coups bei einer Tiroler Geldtransporterfirma im Jahr 2014 werden kommenden Freitag (2. Oktober) am Innsbrucker Landesgericht verhandelt. Fünf Beschuldigte müssen sich u. a. wegen schweren Diebstahls und Betrugs verantworten. Die Männer sollen für einen vorgetäuschten Überfall auf einen Geldtransporter im Februar und einen Millionendiebstahl im Dezember 2014 verantwortlich sein.

Das Quintett war Ende Juni festgenommen worden. Unter den fünf Beschuldigten sollen sich zwei ehemalige Angestellte (40, 27) der Geldtransporterfirma befinden. Sie sollen federführend an den beiden Coups beteiligt gewesen sein. Während der 40-Jährige bis kurz vor seiner Verhaftung bei der geschädigten Firma angestellt war, hatte sein Komplize bereits unmittelbar nach dem fingierten Überfall auf den Geldtransporter, bei dem er laut Anklage als Fahrer und vermeintliches Unfallopfer fungiert haben soll, gekündigt.

Die restlichen Beschuldigten sollen sich zum Teil als Beitragstäter unter anderem der Hehlerei und der Geldwäsche schuldig gemacht haben. Beispielsweise soll einer der Angeklagten und Sohn des 40-Jährigen einen Teil der Beute bei Umbauarbeiten in einer Wohnung ohne das Wissen des Besitzers eingemauert haben. Das Geld wurde von den ermittelnden Beamten schließlich aber sichergestellt.

Am 14. Februar 2014 war es zunächst zu einem angeblichen Überfall auf einen Geldtransporter in Hall in Tirol gekommen. Dieser stellte sich letztlich als vorgetäuscht heraus. Der angeblich überfallene Geldbote sprach damals von drei Tätern, die sich als Zivilstreife ausgegeben und ihn gezwungen hätten, auf einem Parkplatz an der Inntalautobahn (A12) zu halten. Dort hätten sie ihn mit einer Faustfeuerwaffe bedroht, gefesselt und am Innufer abgelegt, ehe sie sich mit der Beute aus dem Staub machten. Laut dem Tiroler Landeskriminalamt hatten aber die beiden Haupttäter die Sache geplant und gemeinsam durchgezogen.

Rund zehn Monate später, vier Tage vor dem Heiligen Abend, erbeuteten zwei maskierte Täter bei einem Einbruchsdiebstahl bei der Innsbrucker Geldtransporterfirma einen Bargeldbetrag in Millionenhöhe. Der Coup, der insgesamt 20 Minuten dauerte, lief äußerst professionell ab. Die Ermittler gingen bereits unmittelbar danach von Insidern aus, da die Täter über einen Schlüssel für das Zufahrtstor verfügt und die Zahlencodes der Tresore gekannt hatten. Laut Anklage sollen die beiden Haupttäter den Coup gemeinsam geplant und mithilfe von zwei Mitgliedern des Quintetts durchgeführt haben. Dabei sollen sie rund 2,7 Millionen Euro erbeutet haben.