Flüchtlinge - Vucic fordert EU-Eingreifen in Streit mit Kroatien
Belgrad/Budapest/EU-weit (APA) - Serbiens Premier Aleksandar Vucic fordert ein Eingreifen der EU in den Streit mit Kroatien. „Alle in der We...
Belgrad/Budapest/EU-weit (APA) - Serbiens Premier Aleksandar Vucic fordert ein Eingreifen der EU in den Streit mit Kroatien. „Alle in der Welt sehen die unerklärbare Schließung der Grenze (kroatisch-serbische, Anm. ) als Versuch, die serbische Wirtschaft zu zerstören und zu vernichten“, meinte Vucic am Mittwoch im nordserbischen Senta, wo er den ungarischen Außenminister Peter Szijjarto zusammengekommen war.
Er habe die Europäische Union gebeten, einzugreifen. Auch habe Serbien selbst bisher keine Maßnahmen gegen das Nachbarland getroffen, ergänzte Vucic. In einem Schreiben unter anderem an EU-Ratspräsident Donald Tusk, die Außenpolitikbeauftragte Federica Mogherini und den Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn, der selbst am Freitag in Belgrad erwartet wird, forderte der serbische Premier eine Erklärung für Kroatiens „brutale Verletzung“ des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit seinem Land.
Serbien sei zuversichtlich, dass die Europäische Union die Abkommen, die mit Serbien unterzeichnet worden seien, achte. „Wir wollen nur entsprechend dem Abkommen, das wir unterzeichnet haben, vorgehen“, unterstrich Vucic.
Szijjarto hat sich laut staatlicher Presseagentur Tanjug bei den serbischen Behörden bedankt, „nicht dem Ultimatum Kroatiens“ zu unterliegen. Es wäre unfair, von Serbien zu fordern, Flüchtlinge nach Ungarn zu schicken, erklärte Szijjarto. Auch habe Ungarn bisher bereits 230.000 Flüchtlinge angenommen. Kroatiens Ministerpräsident Zoran Milanovic würde Ungarn und Serbien „ohne Grund“ attackieren, meinte der ungarische Chefdiplomat.
Durch Serbien sind seit dem Jahresbeginn bis Anfang dieser Woche knapp 174.000 Flüchtlinge gekommen.
Zagreb will die Grenzen erst wieder öffnen, wenn Belgrad nicht mehr Zehntausende Flüchtlinge an die kroatische Grenze transportiert, hatte Innenminister Ranko Ostojic die Schließung der Grenzübergänge begründet.
Kroatiens Premier Milanovic meinte laut Belgrader Medienberichten am Dienstagabend, dass Serbien die wegen der Grenzschließung angekündigten Gegenmaßnahmen nicht umsetzen würde. „Kroatien ist ein EU-Mitglied, Serbien kann, auch wenn es will, keine Maßnahmen treffen, da es ein Abkommen mit der EU hat“, erläuterte demnach Milanovic gegenüber einem TV-Sender. Alles, was Serbien unternehmen würde, wäre gegen die EU, meinte er.
Kommentare