Flüchtlinge - Mehr als 44.000 kamen binnen einer Woche nach Kroatien
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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA201 vom 23.09.2015 muss es im letzten Satz des ersten Absatzes richtig heißen: wurde dieser Rekord vermeldet (nicht: von 9.000 Menschen) --------------------------------------------------------------------- ~ Tovarnik/Ljubljana (APA) - Seit genau einer Woche treffen die Flüchtlinge über Serbien in Kroatien ein. Seitdem sind über die Grenze im Osten des Landes mehr als 44.000 Menschen in das Land gekommen, teilte das Innenministerium Mittwoch früh mit. Allein am gestrigen Dienstag gab es mehr als 8.700 Neuankünfte, so die offiziellen Zahlen. Am Mittwoch wurde dieser Rekord vermeldet.
Die meisten Flüchtlinge haben Kroatien bereits wieder verlassen. Die kroatischen Behörden transportieren sie kontinuierlich weiter an die ungarische Grenze. „Seit Beginn der Flüchtlingskrise kamen 39.000 Menschen in Kroatien an, 32.000 haben das Land wieder verlassen“, sagte Innenminister Ranko Ostojic am Dienstagabend. Bis Mittwoch früh haben die Zahlen bereits deutlich zugenommen.
Täglich kommen in Ostkroatien tausende Flüchtlinge über die Grenze mit Serbien, weshalb die kroatischen Behörden ihr Nachbarland stark kritisieren. Serbien würde absichtlich alle Flüchtlinge nur nach Kroatien schicken, lauten die Vorwürfe. „Hört auf, die Menschen zu quälen, schickt sie direkt nach Ungarn“, rief der Innenminister Serbien erneut auf, die Flüchtlinge auch an andere Nachbarländer zu schicken.
Am stärksten unter Druck steht das erst am vergangenen Sonntag eröffnete Transitlager in Opatovac. In dem Zeltlager, das bis zu 4.000 Menschen unterbringen kann, werden die Flüchtlinge während ihres kurzen Aufenthalts auch registriert. Danach werden sie weiter an die Grenze mit Ungarn transportiert.
Laut Medienberichten hat Ungarn offenbar begonnen, auch die Grenze zu Kroatien im Nordosten des Landes zuzumachen. Am Grenzübergang Gola-Berzence in der Nähe von Koprivnica stellt die ungarische Armee seit Mittwoch früh Stacheldraht auf, berichteten die Medien.
Unterdessen warteten vor dem Flüchtlingscamp in Opatovac Mittwoch früh rund 1.000 Menschen auf Aufnahme. Erstverpflegung und medizinische Versorgung erhielten die Wartenden vor dem Eingang. Die Lage dort ist Berichten zufolge ruhig, Probleme gibt es lediglich mit der Kommunikation, weil es an Dolmetschern fehlt.
Seit Dienstag kommen die Flüchtlinge nicht nur über den Grenzübergang Tovarnik nach Kroatien, sondern auch über eine neue Route weiter nordöstlich. Vom Grenzort Bapska in der Nähe von Ilok sind kontinuierlich unübersichtliche Kolonnen unterwegs, berichten Reporter an Ort und Stelle. Die Flüchtlinge machen sich aus Bapska zu Fuß in das rund 15 Kilometer entfernte Opatovac auf, seit Mittwoch werden sie auch mit Bussen ins Lager gebracht.
Ganz anders ist die Lage in Slowenien, das seit vergangenem Donnerstag rund 3.600 Flüchtlinge auf seinem Gebiet registrierte. Die Situation an der südlichen Grenze zu Kroatien war Mittwoch früh ruhig. Die Aufnahmezentren und Flüchtlingsunterkünfte standen leer. Aus Slowenien machten sich die Flüchtlinge, die überwiegend Deutschland als Zielland angeben, nach Österreich auf.
Trotz der vorläufigen Stille rechnen die slowenischen Behörden bereits in den nächsten Tagen mit einer neuen Flüchtlingswelle aus Kroatien. Nach Slowenien kamen bisher jene Flüchtlinge, die in Unterkünften rund um die kroatische Hauptstadt Zagreb untergebracht wurden.