Griechischer Korruptionsbekämpfer schafft es endlich ins Parlament
Athen (APA/AFP) - Regierungschef Alexis Tsipras mag bei der Wahl in Griechenland einen Sieg errungen haben, doch der Ausgang der Wahl dürfte...
Athen (APA/AFP) - Regierungschef Alexis Tsipras mag bei der Wahl in Griechenland einen Sieg errungen haben, doch der Ausgang der Wahl dürfte vor allem bei Vassilis Leventis ein Grund zur Freude gewesen sein: Nach einem Dutzend gescheiterter Versuche schaffte es der 63-Jährige mit seiner Union der Zentristen endlich ins Parlament - und stellt nach einem Erfolg von 3,43 Prozent nun neun Abgeordnete.
Seit 25 Jahren wettert Leventis gegen die Korruption der beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok und unternahm zahlreiche Versuche, selbst gewählt zu werden.
Leventis wurde in den frühen 90er-Jahren bekannt, als er als Late-Night-Moderator in einem kleinen Privatsender mit seinen Tiraden gegen die korrupte politische Elite begann und bereits vor einem Bankrott des griechischen Staats warnte. In den 70er-Jahren hatte sich Leventis, der von Haus aus Ingenieur ist und auch in Deutschland studierte, zunächst als Sänger versucht, bevor er sich der Politik widmete.
Für Kritik sorgte der Mann, der sich so vehement gegen Freunderlwirtschaft einsetzt, als bekannt wurde, dass beinahe seine gesamte Familie auf seiner Wahlliste stand. Leventis hielt dagegen, es handle sich um Leute, die ihn „seit mehr als 20 Jahren“ unterstützten und derart weit unten auf der Liste stünden, dass sie ohnehin nicht gewählt würden. Eine seiner Wählerinnen erklärte nun: „Er versucht seit 30 Jahren gewählt zu werden, wir hatten schon Kriminelle von der Goldenen Morgenröte im Parlament, warum nicht auch ihn?“
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