In Genf gelagerter Sarkophag wird an die Türkei zurückgegeben
Genf (APA/sda) - Ein römischer Sarkophag aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus wird an die Türkei zurückgegeben. Dies entschied die Genf...
Genf (APA/sda) - Ein römischer Sarkophag aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus wird an die Türkei zurückgegeben. Dies entschied die Genfer Staatsanwaltschaft am Montag. Die Türkei hatte seit vier Jahren die Herausgabe des antiken Guts gefordert, das illegal in die Schweiz gelangt sein dürfte.
Der Sarkophag war 2010 der Eidgenössischen Zollverwaltung bei einer Inventarkontrolle der Genfer Zollfreilager aufgefallen, wie die Genfer Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Er zeigt die zwölf Aufgaben des Herkules aus der griechischen Mythologie.
Eine Untersuchung des Bundesamtes für Kultur (BAK) zeigte im März 2011, dass der Sarkophag in der antiken Stadt Dokimeion in der heutigen Region Antalya gefertigt worden war. Das BAK vermutete, dass der Sarkophag aus heimlichen Grabungen stammt und illegal in die Schweiz exportiert wurde. Die Türkei forderte denn auch seit 2011 als Rechtshilfeersucherin und danach als Klägerin die Herausgabe des Fundstückes. Die Genfer Staatsanwaltschaft kommt dieser Forderung nun in einer Verfügung nach. Der Entscheid kann noch innerhalb von zehn Tagen von einer der beteiligten Parteien angefochten werden.
Weil der Hauptprotagonist in der Affäre seit langem verstorben sei, gebe es keinen Verurteilten, hielt die Genfer Staatsanwaltschaft in ihrer Medienmitteilung fest. Sie machte keine Angaben dazu, ob es sich dabei um den Besitzer, den Händler oder den Finder des Sarkophagen handelte.