Öffentliche Anhörung zum Ausbau des ungarischen AKW Paks in Wien
Wien/Paks (APA) - In Wien hat am Mittwoch eine öffentliche Anhörung zum geplanten Ausbau des ungarischen AKW Paks II stattgefunden. Die Umwe...
Wien/Paks (APA) - In Wien hat am Mittwoch eine öffentliche Anhörung zum geplanten Ausbau des ungarischen AKW Paks II stattgefunden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte diesbezüglich, die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS), „durchgeführt vom ungarischen Staatsbetrieb MVM Paks II“, sei „lückenhaft und irreführend“.
Für die ungarische Regierung wiederum beweist das Dokument, „dass im Zusammenhang mit dem Projekt keine bedeutsamen grenzüberschreitenden Umweltauswirkungen zu erwarten sind“.
Greenpeace forderte in einer Aussendung „eine umfassende Aufklärung über die Risiken und Gefahren des geplanten Atomkraftwerks“. Auf Basis der UVS wird die Umweltschutzgenehmigung für das Projekt beantragt. Ohne diese Genehmigung, kann nicht gebaut werden. „Ohne umfassende Daten über Umweltauswirkungen kann die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert werden. Dadurch verhindert Ungarn, dass Bürgerinnen und Bürger offen ihre möglichen Bedenken äußern können,“ erklärte der Greenpeace Atom-Experte Jan Haverkamp. Risiken wie schwere Atomunfälle werden aus der Studie ausgeklammert. Ebenso fehlten notwendige Informationen über Umweltauswirkungen nach Krieg oder Terroranschlägen sowie zur Notfallvorsorge bei einem möglichen AKW-Störfall.
Die ungarische Regierung sieht Paks II als Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels. Die zwei neuen Blöcke mit einer Produktionskapazität von je 1.200 Megawatt (derzeitige Kapazität 2.000 MW) würden langfristig rund 40 Prozent des ungarischen Energiebedarfs decken. Die Sicherheitssysteme entsprächen den EU-Vorschriften. Man stelle sich „offen und mit sachlichen Argumenten den Fragen, Vorschlägen und Bemerkungen der österreichischen Bürger“.