Radsport: Weltverband UCI verabschiedete Reformpaket
Richmond (Virginia) (APA/Si) - Der internationale Radsportverband (UCI) hat am Rande der WM in Richmond (USA) eine Reihe von Veränderungen f...
Richmond (Virginia) (APA/Si) - Der internationale Radsportverband (UCI) hat am Rande der WM in Richmond (USA) eine Reihe von Veränderungen für den Straßen-Radsport verabschiedet. Wie die Maßnahmen, die die Attraktivität steigern sollen, im Detail aussehen, blieb aber mehrheitlich offen.
Die Lizenzen für die maximal 18 World-Tour-Teams werden künftig für drei statt nur ein Jahr vergeben, erstmals von 2017 bis 2019. Den Teams soll dadurch eine Planungssicherheit gegeben werden. Zuletzt hatten sich immer wieder Teams aus finanziellen Gründen zurückziehen müssen. Andere Equipen wie etwa die Schweizer Mannschaft I Cycling des Vorarlbergers Matthias Brändle statteten ihre Fahrer wegen der unsicheren Zukunft nur mit kurzfristigen Verträgen aus.
Die UCI verkündete zudem, dass der Kalender der World Tour überarbeitet werde und ab 2017 neue Rennen in die höchste Serie aufgenommen werden sollen. Welche Veranstaltungen von den Änderungen betroffen sein werden, ließ die UCI offen.
Auch eine Überarbeitung des World-Tour-Rankings soll es geben. Das Ranking, nach dem unter anderem die Quotenplätze für Weltmeisterschaften und Olympische Spiele vergeben werden, war in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten. Nun soll die Vergabe der Punkte transparenter und durchlässiger für alle Rennen werden.
„Das sind alles wichtige Änderungen, die den Radsport glaubwürdiger machen und die eine höhere Stabilität bringen werden“, erklärte UCI-Präsident Brian Cookson in einem Statement. Cookson war vor zwei Jahren nicht zuletzt deshalb als Präsident gewählt worden, um den Radsport zu reformieren.
Seit dem Kongress 2013 in Florenz musste Cookson aber immer wieder Hindernisse überwinden. Im Juni zum Beispiel drohte die mächtige Veranstalter-Organisation ASO, die unter anderen die Tour de France, die Vuelta oder den Klassiker Paris-Roubaix organisiert, ihre Rennen aus dem UCI-Kalender zu streichen und eine eigene Serie auf die Beine zu stellen. Mit dem nun angekündigten Reformprogramm könnte auch der Zwist zwischen den beiden Parteien enden.