Flüchtlinge - Zagreb pocht auf Lösung in der Türkei und Griechenland
Brüssel/Tovarnik (APA) - Seit einer Woche treffen in Kroatien täglich tausende Flüchtlinge aus Serbien ein. Um die massive Zuwanderung aufzu...
Brüssel/Tovarnik (APA) - Seit einer Woche treffen in Kroatien täglich tausende Flüchtlinge aus Serbien ein. Um die massive Zuwanderung aufzuhalten, müsse die EU der Türkei finanziell unter die Arme greifen, forderte Premier Zoran Milanovic am Mittwoch in Brüssel. Außerdem müsse Griechenland seine Grenzen kontrollieren, sagte Milanovic laut kroatischen Medienberichten.
„Griechenland muss gezwungen werden, als Schengen-Mitglied die Außengrenze zu kontrollieren. Das macht es derzeit nicht, was das Hauptproblem ist.“ Die Frage der Quoten für die Verteilung der Flüchtlinge sei eine „nebensächliche Frage“. „Wichtig ist nur, dass dieser Menschenstrom gestoppt wird. Wenn die EU dazu nicht fähig ist, dann sind alle Diskussionen völlig sinnlos und führen zu nichts“, betonte Milanovic. Kritik übte der kroatische Premier einmal mehr an Serbien und Ungarn. „Was Serbien macht, bzw. nicht macht, das ist totales Chaos.“
In Kroatien seien in der vergangenen Woche rund 47.000 Flüchtlinge gezählt worden, erklärte unterdessen Innenminister Ranko Ostojic am Mittwochabend im Aufnahmelager in Opatovac. „Einen Großteil der Flüchtlinge haben wir in andere Länder gelenkt“, so der Minister.
Am Abend war die Lage in Opatovac verhältnismäßig ruhig. Lediglich rund 500 Menschen befanden sich in dem für bis zu 4.000 Leute ausgelegten Flüchtlingslager, weitere 2.200 sollen jedoch an der Grenze zu Serbien warten. Noch am Mittwochnachmittag war es in dem zu diesem Zeitpunkt überfüllten Transitlager zu Tumulten gekommen, die Polizei setzte Pfefferspray ein. Einige Menschen, darunter auch Kinder, hätten medizinische Hilfe gebraucht, berichteten die Medien.
Wie eine Polizeisprecherin erklärte, kam es beim Besteigen der Busse, mit denen die Flüchtlinge zu den Zügen für die Weiterfahrt an die ungarische Grenze gebracht werden, zum Gedränge. Um die dort anwesenden Kinder vor dem Zertrampeln zu schützen, wurde Pfefferspray eingesetzt, sagte sei. Auch einige Kinder hätten dabei Pfefferspray abbekommen und wurden deshalb medizinisch versorgt.
Die Medien berichteten am Mittwoch auch über einen sogenannten „Plan C“ für den Fall, dass Ungarn auch die Grenze zu Kroatien schließt, wie Premier Viktor Orban in Brüssel bereits androhte. Dann sollten die Schutzsuchenden zurück nach Serbien geschickt werden. Eine offizielle Bestätigung lag dafür vorerst nicht vor.