Hochschwangere wollte mit Mann und Schwiegermutter zum IS: Prozess
Wien (APA) - Am Donnerstag müssen sich eine 21-Jährige, ihr 20 Jahre alter Ehemann sowie dessen Mutter wegen Mitgliedschaft in einer terrori...
Wien (APA) - Am Donnerstag müssen sich eine 21-Jährige, ihr 20 Jahre alter Ehemann sowie dessen Mutter wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor einem Wiener Schöffensenat verantworten. Die gebürtigen Tschetschenen sollen im Juli 2014 versucht haben, als mutmaßliche Islamisten das Gebiet des Islamischen Staats (IS) zu erreichen, um sich aufseiten der Terror-Miliz dem Jihad anzuschließen.
Das Vorhaben scheiterte, da die türkische Polizei die gebürtigen Tschetschenen in der südostanatolischen Grenzstadt Gaziantep aufgriff und mangels nicht vorhandener Visa zurück nach Österreich schickte, wo diese 2004 bzw. 2011 um Asyl angesucht hatten. Die 21-Jährige war zu diesem Zeitpunkt hochschwanger. Nach ihrer Festnahme brachte sie in der U-Haft einen Sohn zur Welt, den sie Osama nannte.
Die mutmaßlichen Islamisten haben sich bisher nicht schuldig bekannt und behaupten, sie hätten nach Syrien reisen wollen, um dort auf die Dienste eines Heilers zurückzugreifen, der die an einer Krankheit leidende 39-jährige Frau kurieren hätte sollen. Die Verhandlung könnte insofern spannend verlaufen, als beide Frauen aus religiösen Gründen eine Vollverschleierung tragen und dem Vernehmen nach auch vor Gericht den Gesichtsschleier nicht abnehmen wollen. Das Gericht ist allerdings zur Klärung ihrer Identität verpflichtet, was sich - sollten die Angeklagten auf dem Niqab beharren - schwierig gestalten könnte.