Kolumbiens Bürgerkrieg - Über 220.000 Tote und Millionen Flüchtlinge
Bogota (APA/dpa) - Seit den 1960er-Jahren befindet sich Kolumbien im Bürgerkrieg. In dem südamerikanischen Land bekämpfen mehrere linke Rebe...
Bogota (APA/dpa) - Seit den 1960er-Jahren befindet sich Kolumbien im Bürgerkrieg. In dem südamerikanischen Land bekämpfen mehrere linke Rebellenorganisationen die Staatsmacht. Die größte Guerillagruppe sind die marxistischen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die seit fast drei Jahren mit der Regierung über einen Friedensvertrag verhandeln.
Während die FARC eine einseitige Waffenruhe erklärt haben, ist die kleinere Rebellentruppe ELN noch immer sehr aktiv und verübt vor allem Anschläge auf die Erdölindustrie. Bis Mitte der 2000er-Jahre waren auch rechte Paramilitärs in den Konflikt verwickelt. Ihnen werden schwere Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt. Nach ihrer Demobilisierung schlossen sich viele Kämpfer kriminellen Banden an.
Mehr als 220.000 Menschen wurden bisher in dem Konflikt getötet. Zudem wurden Millionen Kolumbianer aus ihren Heimatorten vertrieben. Viele flohen in die Elendsviertel am Rande der Großstädte. Die Regierungsstelle für Kriegsopfer zählt mehr als 7,6 Millionen direkte und indirekte Opfer des Bürgerkriegs. Nach Afghanistan ist Kolumbien das Land mit den meisten Landminen-Opfern.
Nach Unterzeichnung eines angestrebten Friedensabkommens mit der linken Guerilla will die kolumbianische Regierung bis 2021 alle Kriegsopfer finanziell entschädigt haben. Ein zehnjähriges Millionen-Programm soll auch die Rückkehr von Flüchtlingen vor allem in den ländlichen Regionen ermöglichen.