FARC - Die älteste Guerillaorganisation Lateinamerikas
Bogota (APA/dpa) - Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee (FARC-EP) sind die größte und älteste Guerillaorganisation Latein...
Bogota (APA/dpa) - Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee (FARC-EP) sind die größte und älteste Guerillaorganisation Lateinamerikas. Gemeinsam mit anderen Rebellengruppen kontrollierten sie einst große Teile von Kolumbien. Seit 2002 drängte das Militär die FARC immer weiter zurück.
Nach Einschätzung von Experten ist die Guerilla aber noch immer in 25 der 32 Departements aktiv und verfügt über rund 8:000 Kämpfer.
Die Ursprünge der FARC liegen im Bürgerkrieg zwischen der liberalen und konservativen Partei in Kolumbien in den 1950er-Jahren. Später diente die Guerilla der Kommunistischen Partei als militärischer Arm. Mit der Partei Union Patriotica (UP) versuchte die FARC ab 1984, in die Politik einzusteigen. Rechte Paramilitärs töteten daraufhin Tausende Anhänger und Politiker der UP.
Auf dem Höhepunkt ihrer Macht führte die FARC zwischen 1998 und 2002 bereits einmal Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung. Damals wurde ihr eine demilitarisierte Zone von der Größe der Schweiz eingeräumt. Allerdings nutzten die Rebellen das Gebiet als Rückzugsort nach Angriffen und die Verhandlungen scheiterten.
Die FARC finanzieren sich vor allem durch den Drogenhandel, den illegalen Bergbau und Entführungen. Eines der prominentesten Opfer war die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, die bis zu ihrer Befreiung 2008 mehr als sechs Jahre in der Gewalt der Rebellen war.
Nach Einschätzung von Experten verfolgen die FARC kaum noch politische Ziele. Auch in ihrer Basis auf dem Land haben sie an Rückhalt verloren und arbeiten im Drogenhandel teilweise mit kriminellen Banden zusammen.