Gesellschaft

Kufstein macht beim Hochwasserschutz Druck

© Steiner

Der Gefahrenzonenplan des Landes ist erst Ende 2016 fertig. Deshalb will die Stadt ein Geschieberückhaltebecken auf eigene Kosten bauen.

Von Michael Mader

Kufstein –Schon zwei Mal ist der Mitterndorferbach in Kufstein über die Ufer getreten und hat die Keller der umliegenden Häuser geflutet. Aus diesem Grund wurde bereits im Jahre 2013 ein Vorprojekt für einen Hochwasserschutz erstellt. Damit die entsprechenden Maßnahmen möglichst rasch umgesetzt werden können, hat die Stadtgemeinde sogar angeboten, das Projekt vorzufinanzieren. Doch das ist gar nicht so einfach: Eine der Voraussetzungen für eine Förderung der Maßnahmen durch das Land ist nämlich die Erstellung eines Gefahrenzonenplans durch das Land.

Dabei müssten nicht nur der Mitterndorferbach, sondern auch der Kienbach und der Kreuzbach unter die Lupe genommen werden. Dem Vernehmen nach dürfte dies bis Ende 2016 dauern. „Aus diesem Grund haben wir im Stadtrat jetzt beschlossen, ein Detailprojekt für die Einreichung ausarbeiten zu lassen. Ursprünglich sind wir nämlich von 300.000 Euro für das gesamte Hochwasserprojekt ausgegangen, jetzt dürfte nur das Geschieberückhaltebecken diese Summe kosten“, erklärt Bürgermeister Martin Krumschnabel. Aus Vorgesprächen wisse man, dass die Stadtgemeinde dafür die wasserrechtliche Bewilligung erhalten könnte.

Einziger Haken an der Sache: Für das Projekt würde es im Nachhinein keine Förderung mehr geben. Das heißt, die Stadtgemeinde muss die ganzen 300.000 Euro aus der eigenen Kasse bezahlen.

Für Krumschnabel aber nicht unbedingt die schlechteste Variante: „Es könnte auch sein, dass man beim Gefahrenzonenplan von einem 200-jährlichen Hochwasser ausgeht und wir wesentlich aufwändiger bauen müssen. Dann würden wir zwar eine Förderung bekommen, aber am Ende bleibt dieselbe Summe für die Stadt übrig.“

Das Geschieberückhaltebecken würde laut Krumschnabel ein weiteres Mosaiksteinchen beim Hochwasserschutz bedeuten: „Wir haben wirklich schon viel gemacht und ich will auf Dauer nichts riskieren“, spielt der Stadtchef darauf an, dass die Ausarbeitung des Gefahrenzonenplans noch lange dauern wird.

Zufrieden mit dem einstimmigen Stadtratsbeschluss zeigt sich jedenfalls auch Stadtrat Horst Steiner: „Es war ja auch eine langjährige Forderung der Bürgerliste Horst Steiner, im Bereich Mitterndorf einen Hochwasserschutz zu errichten.“

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