Börse Frankfurt im Eröffnungshandel leicht fester
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Eine Erholung der gebeutelten Autoaktien hat den DAX am Donnerstag angetrieben. Volkswagen, Daimler und BM...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Eine Erholung der gebeutelten Autoaktien hat den DAX am Donnerstag angetrieben. Volkswagen, Daimler und BMW standen eine Stunde nach Handelsbeginn an der Spitze des deutschen Leitindex. Die Vorzugsaktie von VW gewann annähernd 7 Prozent, die Papiere der Stuttgarter und Münchener jeweils rund 2 Prozent. Der Dax legte um 0,46 Prozent auf 9.657,06 Punkte zu.
Unterstützung kam von einem besser als erwartet ausgefallenen ifo-Geschäftsklima für den September. Bereits zur Wochenmitte hatte sich der Dax ein wenig vom Kursrutsch am Dienstag erholt, als der VW-Skandal um manipulierte Abgastests den gesamten Markt nach unten gezogen hatte.
Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,15 Prozent auf 19.213,76 Punkte; für den Technologiewerte-Index TecDAX ging es um 0,24 Prozent auf 1.715,80 hoch.
Experten zweifelten allerdings an der Aussagekraft des Ifo-Geschäftsklimaindex, der vor dem VW-Skandal erhoben worden war. Angesichts der jüngsten Nachrichten von VW und der Bedeutung des Konzerns für die deutsche Wirtschaft könnten die Ergebnisse etwas überholt sein, schrieb Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Am Nachmittag stehen dann noch in den USA Daten zum Auftragseingang langlebiger Güter sowie zum Immobilienmarkt auf der Agenda.
Trotz der jüngsten Erholung hat die VW-Vorzugsaktie immer noch mehr als ein Viertel an Wert verloren seit der Skandal hochgekocht ist. Experten sehen bei VW auch nach dem Rücktritt von Vorstandschef Martin Winterkorn noch keinen Grund für Entwarnung. Dieser Schritt habe zwar für etwas Erleichterung gesorgt, so Hewson. Doch es sei schwer vorstellbar, dass nicht hochrangige Manager von den Abgastest-Manipulationen gewusst hätten. Bevor es hier mehr Klarheit gebe, sei das Vertrauen der Anleger nur schwer zurückzugewinnen.
Die Autozulieferer zeigten sich uneinheitlich: Während die Aktien des Lampenspezialisten Hella 1,49 Prozent gewann, ging es für ElringKlinger nach einer Abstufung durch die französische Investmentbank Exane BNP Paribas um 1,15 Prozent bergab. Leoni verlor 0,41 Prozent.
Die Aktien von BASF legten um 0,29 Prozent zu und entwickelten sich damit schlechter als der Dax. Händler sahen ein Interview von Wintershall-Chef Mario Mehren in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) als Belastung. Diesem zufolge wird der Jahresgewinn der BASF-Erdöltochter „deutlich unter den Vorjahreswert von 1,46 Milliarden Euro rutschen. Aber wir werden weiter profitabel sein und wieder einen guten Beitrag zum Ergebnis der BASF-Gruppe liefern“, zitierte das Blatt Mehren weiter. Der rückläufige Jahresgewinn sei eine Bestätigung früherer Aussagen, sagte ein Börsianer. Die Aussage, dass Wintershall profitabel bleibe, klinge indes vorsichtiger als bisher.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA169 2015-09-24/10:41