Flüchtlinge - Quartiere in Oberösterreich zu 60 Prozent ausgelastet
Linz/Rosenheim (APA) - 1.166 Menschen sind von Mittwoch auf Donnerstag in den Quartieren des Roten Kreuzes in Oberösterreich betreut worden....
Linz/Rosenheim (APA) - 1.166 Menschen sind von Mittwoch auf Donnerstag in den Quartieren des Roten Kreuzes in Oberösterreich betreut worden. Das bedeute eine Auslastung von etwas mehr als 60 Prozent, teilte die Hilfsorganisation mit. Angesichts der aktuellen Wetterlage wurde die Versorgung auf „Kälte-Modus“ umgestellt: Zusätzliche und wärmere Decken werden bereitgestellt, zudem vermehrt Heißgetränke ausgegeben.
Die Polizei in Bayern ermittelt laut Oberösterreichischen Nachrichten (Donnerstag-Ausgabe) gegen einen 47-Jährigen aus dem Salzkammergut, der dort in den Verdacht der Schlepperei geraten ist, weil er fünf Personen ohne erforderliche Papiere über die Grenze gebracht hat. Der Betroffene wollte, dass der Fall veröffentlicht wird, um aufzuzeigen, „dass der Grad zwischen Hilfsbereitschaft und schwerer Kriminalität offenbar ein schmaler ist“. Er hatte eine fünfköpfige Familie, die zu Fuß in Richtung Grenze unterwegs war, in seinem Auto mitgenommen - unentgeltlich, wie er betont: „Ich bin vielleicht ein naiver Gutmensch, aber kein gewerblicher Schlepper.“ In Bayern wurde er von der Polizei kontrolliert und der Staatsanwaltschaft angezeigt. Der Vorwurf: Er habe die von ihm transportierten Menschen einer „lebensgefährlichen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung“ ausgesetzt.
Die zuständige Polizei in Rosenheim bestätigte auf APA-Anfrage den Vorfall. Die Anzeige sei erfolgt, weil in dem Auto neben den vier Erwachsenen ein Kind, aber nicht in einem Kindersitz, sondern auf dem Schoß des Vaters transportiert wurde, was lebensgefährlich sei. Das letzte Wort in diesem Fall habe die Justiz.
Die oberösterreichische Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) ließ eine zentrale Anlaufstelle für freiwillige Helfer unter dem Namen „Infopoint Flüchtlinge - Die Drehscheibe für Engagierte“ einrichten. Die neue Servicenummer wurde beim Unabhängigen LandesFreiwilligenzentrum (ULF) angesiedelt, das mit allen relevanten NGOs sowie Behörden und Kommunen vernetzt ist und bereits Teile der oberösterreichischen Freiwilligentätigkeit koordiniert.
( S E R V I C E - www.infopoint-fluechtlinge.at )