Flüchtlinge - UNHCR: EU-Verteilungsplan nur ein Anfang

Genf/Wien (APA/dpa) - Die von der EU beschlossene Verteilung von 120.000 Asylsuchenden auf alle Mitgliedsstaaten kann die Flüchtlingskrise n...

Genf/Wien (APA/dpa) - Die von der EU beschlossene Verteilung von 120.000 Asylsuchenden auf alle Mitgliedsstaaten kann die Flüchtlingskrise nach UNO-Einschätzung nicht dauerhaft lösen. „Der Verteilungsplan beendet das Problem nicht, aber er wird hoffentlich der Anfang einer Lösung sein“, erklärte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, am Donnerstag in Genf.

Der Verteilungsplan war nach hartem Ringen von den EU-Innenministern durch eine Mehrheitsabstimmung beschlossen worden. Er könne zur Stabilisierung der Lage beitragen, jedoch müsse viel mehr getan werden, erklärte Guterres. „Der Plan kann nur funktionieren, wenn zugleich an den Eintrittspforten nach Europa leistungsfähige Zentren zur Aufnahme, Unterstützung, Registrierung und Überprüfung der Menschen geschaffen werden.“ Diese Zentren müssten in der Lage sein, mit der Ankunft von derzeit durchschnittlich 5.000 Flüchtlingen pro Tag fertig zu werden.

Guterres begrüßte den Beschluss des EU-Gipfels am Mittwochabend, eine Milliarde Euro zusätzlich zur Versorgung syrischer Flüchtlinge in Nachbarstaaten des Bürgerkriegslandes bereitzustellen. Bisher gebe es bei weitem nicht genug Geld zur Versorgung aller Flüchtlinge in der Region. Viele von ihnen versuchen nach UNHCR-Angaben auch deshalb, nach Europa zu gelangen.

Lob für die Aufstockung der Mittel gab es auch von der Caritas in Österreich. Caritas-Chef Michael Landau sprach am Donnerstag in einer Aussendung von einer „ausgezeichneten Investition“. Er erinnerte allerdings daran, dass die Nothilfe für die vier Millionen Menschen, die im Libanon, in Jordanien und in der Türkei leben, nicht gesichert sei. „Seit Anfang 2015 musste das World Food Programme (WFP) der UNO seine Unterstützung für 1,6 Millionen Flüchtlinge im Libanon, Jordanien, Irak, der Türkei und in Ägypten sukzessive kürzen“, sagte Landau. Erst in den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass auch die bisher von Österreich für heuer versprochenen Gelder an das WFP bisher noch nicht ausgezahlt wurden.

~ WEB http://www.unhcr.org

http://www.caritas.at/ ~ APA184 2015-09-24/10:55