Gesellschaft

„Ländlicher Raum ohne Post, Bank und Arzt geht nicht“

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Die Landesregierung hat Bezirkshauptmann Markus Maaß bis 2021 wiederbestellt. Maaß sieht die Grenzen der „Ausdünnung“ überschritten.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Im Februar 2006 hat er den damaligen Bezirkshauptmann von Landeck und späteren Landesrat Erwin Koler beerbt. Diese Woche ist der aus Strengen stammende Bezirkshauptmann Markus Maaß (56) auf Antrag von LH Günther Platter wiederbestellt worden – sein neuer Dienstvertrag läuft bis 2021.

„Er hat die BH Landeck als Servicestelle weiter ausgebaut“, erläuterte Platter, „Maaß hat die Bevölkerung stets mit Rat und Tat unterstützt.“ Der Bezirkshauptmann sei auch Motor für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Tirol, Südtirol und Engadin im Rahmen des Interreg-Projekts Terra Raetica, betonte der Landeshauptmann.

Maaß stieg 1985 als Jurist im Verkehrs- und Strafreferat der Bezirkshauptmannschaft Landeck ein, bevor er ab 1987 das neue Umweltreferat aufgebaut hat. 1999 wurde er zum Stellvertreter Kolers berufen, seit 2006 ist er Chef von derzeit 105 Mitarbeitern in neun Abteilungen.

„Wir haben einen lebenswerten Bezirk mit Zukunft“, resümierte er am Donnerstag im TT-Gespräch. In den vergangenen Jahren habe die Bevölkerung im ländlichen Raum, in kleineren Dörfern, einige Einschränkungen in der Lebensqualität einstecken müssen. „Postämter und Bankfilialen haben sich in einigen Gemeinden verabschiedet. Einige Ordinationen von Kassenärzten waren bis zu einem Jahr unbesetzt. Das geht nicht.“ Seine Schlussfolgerung: „Die Grenzen der Ausdünnung im ländlichen Raum sind bereits überschritten.“ Daher sei eine Restrukturierung anzustreben. Er werde gemeinsam mit den Bürgermeistern prüfen, „ob man gewisse Servicestellen mit finanziellen Anreizen wieder aktivieren kann“, sagte der ranghöchste Beamte des Bezirkes.

Dass der Strukturplan Pflege des Landes bis 2022 bestmöglich im Bezirk umgesetzt wird, sei ihm ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Die ambulante Betreuung pflegebedürftiger Menschen müsse wegen der demografischen Entwicklung gestärkt und weiter ausgebaut werden. Bei neuen stationären Pflegebetten hingegen sei Sparsamkeit geboten.

Klienten-Rückmeldungen würden ihm bestätigen, dass unter dem Dach der BH Land­eck ein Team mit korrekten Mitarbeitern tätig ist. Das wisse er zu schätzen.

Die jährlichen Beschwerden könne er an einer Hand abzählen. Trotzdem sieht Maaß hausintern noch einige Ziele. „Die Skala der Servicequalität ist nach oben offen. Das heißt, dass wir die BH Landeck als Dienstleistungs- und Servicestelle weiter ausbauen werden.“

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