Im Herbst häufen sich wieder die Wildunfälle
Verschiedenste Sicherungsmaßnahmen sollen Wildunfälle im Bezirk vermeiden helfen. Die Jägerschaft rät zur erhöhten Vorsicht.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Es ist eine gefährliche Jahreszeit – der Herbst ist alljährlich die Jahreszeit mit den meisten Wildunfällen. Bezirksjäger Martin Antretter ruft daher die Autofahrer zu erhöhter Vorsicht auf. „Vor allem in der Dämmerung passieren die meisten Unfälle. Zudem ist jetzt auch die Hirsch-Brunftzeit, da sind die Tiere etwas weniger vorsichtig“, sagt Antretter.
Mit verschiedenen Sicherungsmaßnahmen versucht man seit Jahren, des Problems Herr zu werden. So zum Beispiel mit blauen Rückstrahlern an den Leitpflöcken entlang der Bundes- und Landesstraßen. An besonders gefährlichen Strecken gibt es noch zusätzliche optische und akustische Warner. „Diese geben einen Ton ab, der das Wild zusätzlich abschreckt. Auch die blauen Strahler sind speziell für die Wildtiere, sie nehmen das Blau viel stärker wahr als Rot oder Gelb“, schildert Antretter.
Die kombinierten Warner stehen entlang der Bundesstraße von Erpfendorf nach Kössen und im Bereich Jochbergerwald. Hier werden am meisten Wildunfälle verzeichnet. „Die Maßnahmen sind natürlich zum Schutz des Wildes, aber auch für den Menschen. Ein Zusammenstoß mit einem Hirsch oder einem Reh ist sehr gefährlich. In den 70er-Jahren gab es sogar einmal fünf Tote bei einem Unfall in Erpfendorf“, berichtet Antretter. Es gebe auch eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Baubezirksamt.
Trotz aller Maßnahmen sind die Wildunfälle nicht selten. Im Vorjahr verzeichnete die Jägerschaft 137 Rehe, 15 Stück Rotwild und etwa 300 Füchse, Dachse und Marder die auf den Straßen im Bezirk Kitzbühel getötet wurden. „Die Dunkelziffer ist aber noch deutlich höher. Ich schätze, dass es noch gut ein Viertel mehr Unfälle sind“, erklärt der Bezirksjägermeister im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.
Antretter ruft deshalb nicht nur zur Vorsicht auf, zum Beispiel die Geschwindigkeit zu verringern, wenn der Autofahrer ein Wild in Straßennähe sieht, und abblenden. Wichtig sei, dass jeder Unfall mit einem Wildtier dem zuständigen Jäger oder der Polizei gemeldet wird. „Wurde das Tier angefahren, müssen wir es mit Hunden suchen“, sagt Antretter. Wenn ein Unfall nicht gemeldet wird, kommt dies einer Fahrerflucht gleich, weiß Antretter. Auch würde dem Tier meist unnötig Leid zugefügt.
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