Rudern: Verband will WM-Heimvorteil in Linz-Ottensheim 2019 nutzen

Linz/Ottensheim/Rio de Janeiro (APA) - Nachdem sich Linz-Ottensheim u.a. gegen Hamburg als Austragungsort der Ruder-Weltmeisterschaft 2019 d...

Linz/Ottensheim/Rio de Janeiro (APA) - Nachdem sich Linz-Ottensheim u.a. gegen Hamburg als Austragungsort der Ruder-Weltmeisterschaft 2019 durchgesetzt hat, sind die Vorbereitungen angelaufen: 8,8 Mio. Euro werden investiert, die Politiker erwarten Millionen an Wertschöpfung, der Ruderverband sportliche Erfolge. „Wir werden mehr als zwei Boote bei den Olympischen Spielen 2020 haben“, formulierte Präsident Horst Nussbaumer sein Ziel.

Zuletzt hatte Österreich 2012 in London keine Ruderer bei Olympischen Spielen dabei gehabt. „Das war ein Skandal“, findet Nussbaumer. Für die kommenden Spiele 2016 in Rio de Janeiro sind bereits einige ÖRV-Boote qualifiziert. Das soll auch 2020 so sein, indem die österreichischen Teilnehmer den Heimvorteil nutzen. Insgesamt werden bei der WM von 25. August bis 1. September 2019 rund 1.400 Athleten und 500 Boote aus 80 Nationen erwartet.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man gegen Hamburg gewinnt“, so Sportminister Gerald Klug (SPÖ). Offenbar hat Ottensheim Eindruck gemacht, als es 2013 trotz vorangegangenen Katastrophen-Hochwassers erfolgreich die U23-WM ausrichtete. Bürgermeisterin Ulrike Böker (Pro-O): „David hat gegen Goliath gewonnen.“ Für den Verbandspräsidenten, ebenfalls voll des Lobes, ist das kein Wunder: „Das ist in ganz Zentraleuropa die beste Ruderstrecke.“

Der oberösterreichische Sport- und Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) sieht die WM nicht nur von der sportlichen, sondern auch von der ökonomischen Seite: „Die Ruder-WM wird ein gutes Geschäft sein“, ist er überzeugt. Er rechnet mit 100.000 Nächtigungen und 13 Mio. Euro an Wertschöpfung in der Region, auch weil es ein vorolympischer Event ist. Ähnlich der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ): „Linz wird ausgebucht sein.“

Die Investitionen für den Ausbau und die Organisation betragen rund 8,8 Mio. Euro. Je 3,5 Mio. tragen Bund und Land, 300.000 die Gemeinde Ottensheim - zusätzlich zu Sachleistungen im Wert von 100.000 Euro - und die Stadt Linz steuert 200.000 Euro bei. Den Rest muss das Management-Team selbst aufstellen.

Die Regattastrecke in Ottensheim liegt in einem Altarm der Donau und ist für ihre fairen Wettkampfbedingungen bekannt. Dennoch soll der Zugang zum Fluss sicherheitshalber temporär verschlossen werden, voraussichtlich mit einem versenkbaren Schiff. Nach der WM wird der Altarm wieder geöffnet. Nachhaltigkeit war den Organisatoren ein wichtiges Anliegen, die WM soll ein „Green Event“ werden.

Das bestehende Regattagebäude wird erweitert. Ein neues Bootshaus mit fünf Hallen soll Platz für die WM schaffen, aber auch später von österreichischen Sportlern genutzt werden. Die Anlagen werden barrierefrei gestaltet, zudem wird die bestehende Strecke um 13.000 Quadratmeter erweitert, um eine Aufwärmzone für die Para-Rower zu schaffen.

Der bestehende An- und Ablegeplatz wird auch vergrößert, ebenso die Nordtribüne, die künftig 2.600 Zuschauern Platz bieten soll. Am Südufer des Altarms wird eine temporäre Tribüne für ca. 6.000 Besucher errichtet, erreichbar über eine - ebenfalls temporäre - Brücke, laut Planern „eine Art Baumkronenweg“.