Italien will wieder mehr Flexibilität bei Pensionsantrittsalter
Rom (APA) - Italien will wieder mehr Flexibilität beim Pensionsantrittsalter einführen. Der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Pado...
Rom (APA) - Italien will wieder mehr Flexibilität beim Pensionsantrittsalter einführen. Der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan bestätigte am Donnerstag erstmals offiziell Pläne zur Revision der 2012 in Kraft getretenen Pensionsreform. Damit soll mehr Flexibilität beim Pensionsantrittsalter ermöglicht werden.
Davon sollen vor allem Arbeitnehmerinnen profitieren. Ab 2016 sollen Frauen, die das 62. Lebensjahr erreicht und 35 Jahre Pensionsbeiträge eingezahlt haben, in Pension gehen können. Allerdings müssen sie eine Pensionskürzung für jedes Jahr in Kauf nehmen, das sie vom gesetzlich verankerten Pensionsantrittsalter von 66 Jahren und sieben Monaten trennt, lautet ein Vorschlag, über den noch diskutiert wird. Die Pensionskürzung soll circa zehn Prozent betragen, wenn die Arbeitnehmerin drei Jahre vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter in den Ruhestand tritt.
„Das Fürsorgesystem muss an die Arbeitsjahre und an die Lebenserwartungen gekoppelt werden“, betonte Minister Padoan. Unterstützung will die Regierung hinzu jenen Arbeitnehmern garantieren, die zwar dem Ruhestand nahe sind, wegen Problemen ihres Unternehmens aber Schwierigkeiten haben, noch die restliche Zahl an Pensionsbeiträgen einzuzahlen.
Bei der Debatte über die Pensionsreform muss die Regierung auf das Budget achten. Die mittelfristige Finanzplanung vom Frühjahr hatte für 2016 noch ein Defizit von 1,8 Prozent angekündigt. Jetzt hat der Ministerrat eine Änderung der Rahmendaten beschlossen und das angestrebte Budgetdefizit für 2016 auf 2,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) angehoben. 27 Mrd. Euro muss das Kabinett für das Budgetgesetz 2016 auftreiben.